Sonntag, 23. Februar 2014

Ein kleines Dorf Teil 2


Es war plötzlich eiskalt , mein Körper gefror zu einer einzigen steifen Masse  , die weder protestieren , noch über solch einen schlechten Scherz lachen konnte , was sollte das ? Meine Hände zitterten , mein Atem stockte ,  mir stieg in nur wenigen Sekunden die Schamesröte ins Gesicht , das bemerkte auch meine Mutter und ihr Blick wurde noch mitleidiger.




 Ich saß noch fast eine Minute so dar , meine Mutter wartete , sie sagte kein Wort . Dann platzte es auf einmal aus mir heraus , zwar sehr subtil , aber dafür eindeutig : „NEIN!“ , „Ach komm hab dich nicht so Schatz es ist ja erst einmal nur für die Nacht , allerdings meinte Dr. Hubert dass wir in den nächsten Tagen aufpassen sollten und falls es schlimmer werden sollte auch welche für den Tag dran kommen.“ Das war ja wohl die Höhe! Es wäre mir schon peinlich genug in der Nacht welche tragen zu müssen , aber dann auch noch am Tag? Nein , ich war 15 Jahre alt , seit ich denken konnte habe ich bis vor wenigen Tagen nie ins Bett gemacht und jetzt DAS! Bis jetzt hatte noch keiner von uns dieses Wort ausgesprochen , zwar war das jetzt auch egal , aber für mich bedeutete das  , diese , diese Dinger noch zu überwinden , mich nicht auf das Niveau herab begeben zu müssen sie anzuziehen. Dann sprach meine Mutter es aus  , unverhofft , ohne Vorwarnung : „ Es sind doch nur Windeln , die hast du doch früher auch getragen.“Es war erniedrigend , ja früher, als ich nichts davon mitbekam , als es mir egal war , aber jetzt ? „Nein!“ wiederholte ich lautstark . „Aber sieh mal was ist dir peinlicher  , eine Windel zu tragen und in einem trockenem Bett aufzuwachen , oder durchnässt bis oben hin aufzustehen und dich schämen zu müssen weil du weißt , dass du es hättest verhindern können ?“ Sie hatte recht  , eigentlich hatte sie recht  , aber bei mir gab es eine regelrechte Blockade , was mir aber nichts nützte  , ihre Argumente waren schlüssig , außerdem würde es viel Zeit und Geld sparen nicht ständig Wäsche waschen zu müssen . Schließlich willigte ich ein welche in der Nacht zu tragen , bis es sich bessern würde , aber ich sagte ihr klipp und klar  , dass ich nie  , nie in meinem Leben am Tage Windeln tragen würde  , jetzt sprach auch ich dieses Wort aus  und mit ihm fiel eine ungeheure Last von mir  , nun war endlich mal wieder Ruhe  , bis zum Abend.
„Ok ,mein Schatz , ich mache dann Essen  , ich rufe dich und deinen Bruder dann , ja?“ „OK“ erwiderte ich .  Nachdem ich die Packung sicher und hoffentlich gut versteckt hatte setzte ich mich wieder hin, ich blieb noch ein Paar Minuten so sitzen , nach einiger Zeit kam dann auch mein kleiner Bruder mit einem breiten Grinsen über beide Ohren ohne anzuklopfen in mein Zimmer. „Was willst du?!“ brüllte ich mehr , als zu fragen . „Ach ich wollte nur sehen wie es unserem kleinen Baby denn so geht.“ Antwortete er  freudestrahlend . „Raus!!!“ , woher wusste er davon ? Wie hat er mitbekommen , was ich und unsere Mutter besprochen haben? „Warum so schlecht gelaunt ?“ fragte er übertrieben rhetorisch , auch wenn ich mir sicher war  , dass er nicht einmal wusste was das bedeutete . Jetzt reichte es mir  , ich stand auf und als ich zu ihm hin gehen wollte floh er feige aus dem Zimmer  , typisch , dachte ich mir , erst frech werden und wenn es brenzlich wird abhauen , ich wollte ihn noch verfolgen , aber da rief meine Mutter schon zum Essen . Beim Essen konnte man deutlich erkennen dass mein Bruder wieder strahlend  zu mir guckte , meine Mutter fragte ihn darauf hin über was er sich denn so freute  , heute war Sonntag , also konnten es Noten schlecht sein . „Ach , nur so“ Gab er ihr zur Antwort. Es gab Kartoffelpüree mit   Kohlroulade eigentlich mein Leibgericht  , aber nach dem heutigen Tag  konnte ich keinen Bissen mehr essen , was meinen Bruder allerdings nicht davon abhielt. Nach dem Essen wartete ich noch im Zimmer meines Bruders auf ihn um ihn mit einer Drohung ( meiner Mutter sein Versteck für schlechte Noten zu zeigen ) dazu zu bewegen nichts über meine jetzige Lage der Außenwelt preiszugeben , ich war zwar überrascht  , aber vor allem erleichtert  , als er fröhlich zustimmte. Danach ging ich in mein Zimmer zockte ein wenig und vergas schon fast , dass da ja noch was war , entsprechend überrascht war ich , als meine Mutter  plötzlich in meinem Zimmer stand . Doch auf einmal  fiel es mir wieder ein , trotzdem fragte ,ich , was sie wolle . „Na  , dich bettfertig machen , hast du das schon vergessen?“ „Nein , aber das kann ich auch alleine !“ Ich nahm mir eine Windel , ging ins Bad und versuchte sie mir anzuziehen allerdings war das schwerer , als gedacht und als ich nach 10 min raus kam stellte meine Mutter fest , dass es wohl doch nicht so einfach war . Nachdem sie das gesagt hatte bat sie mich , mich auf mein Bett zu legen , resigniert tat ich was von mir verlangt wurde . Sie legte eine Windel unter mich , cremte mich ein und puderte mich , das war  mir alles unsagbar unangenehm , nackt vor meiner Mutter zu liegen , die mich, mit meinen 15 Jahren , wie ein Baby wickelte , zum Schluss machte sie noch die Windel zu und verabschiedete sich , ich war am Boden , erneut , jetzt das dritte Mal am heutigen Tage , wohl ein neuer Rekord , dachte ich mir scherzhaft und versuchte einzuschlafen , was aber schwer möglich war mit der Windel um meine Hüfte, so gegen null Uhr schlief ich dann doch . Am nächsten Morgen musste ich deprimiert feststellen , dass die Windel bitter nötig gewesen war , zum Glück schlief mein Bruder noch , da er auf die Grundschule ging musste er erst um 8:10 Uhr bei seiner Schule sein . Ich zog diesen widerwertigen Fremdkörper  sofort aus ,  warf ihn in den Müll und duschte mich , danach zog ich mich ganz normal an ,Frühstückte und ging zur Schule . Dort angekommen begrüßten mich meine Freunde damit  , wie geil doch das Wochenende gewesen sei , als sie mich dann fragten was bei mir so los war log ich „Ach ganz normal , bisschen zocken , bisschen schlafen“ , zu meinem Glück fragte keiner weiter nach , mehr Lügen fielen mir nämlich auf die Schnelle nicht ein.
Der Schultag an sich verlief ganz normal , neben Mathe war ich auch mit den Fächern zufrieden , das einzige , was mich verwunderte war  ,  dass ich kein einziges Mal aufs Klo musste , was ziemlich unnormal für mich war. Erleichtert , über den Verlauf des eigentlich normalen Schultages ging ich nach Hause , nachdem ich das Schulgelände verlassen hatte ging ich den kürzesten Weg zu meinem Haus , dann passierte es , eine wohlige Wärme ergoss sich langsam in meine Hose  , ich stand da , mit nasser Hose hinter mir kamen die nächsten Schüler , ich war wie gelähmt . Als ich schon ihre Stimmen hören konnte rannte ich los , einfach gerade aus  , ich konnte es immer noch nicht fassen , ich hatte mir in die Hose gemacht , mit 15 Jahren ! Tränen stiegen mir in die Augen und benetzten meine jetzt puterroten Wangen , zu Hause angekommen klingelte ich so oft ich konnte , als meine Mutter mir endlich auf macht , folgte routiniert die Frage : „Na ,wie war dein Schu…..“Sie stockte , sie erkannte nun dass ich mit nasser Hose verweint und völlig aufgelöst vor ihr stand . Sie sah mich mit mitleidigem Blick an und schickte mich ins Bad , ich folgte der Anweisung , duschte und warf die nassen Klamotten in die Wäsche , zog eine Unterhose an und ging in mein Zimmer , wo schon meine Mutter auf mich wartete . Ich ahnte schon , was folgen würde , aber sagte nichts , ich ging nur langsam zu meinem Bett, auf dem sie saß. „Setz dich doch“  , ich tat  , wie mir geheißen  . „Gestern , da hatten wir doch was besprochen…..“ Ich unterbrach sie „Worauf genau willst du hinaus?“ „Was hatte ich denn da nochmal zu dir gesagt ?“ „Ich verstehe ni….“  Jetzt fielen mir ihre Worte wieder ein :“ Ach komm hab dich nicht so Schatz es ist ja erst einmal nur für die Nacht , allerdings meinte Dr. Hubert dass wir in den nächsten Tagen aufpassen sollten und falls es schlimmer werden sollte auch welche für den Tag dran kommen“. Schweigen , ich konnte nicht anders  , ich fing an zu weinen . „Ist ja gut  , es ist doch nur vorrübergehend „  Sie sagte dann noch ich solle mich erst mal beruhigen und brachte mir eine kleine weiße Tablette , wohl die Medizin. Ich schluckte die Pille und wartete auf ein Wunder leider war das wohl keine Zyankalitablette , typisch alles geht den Bach runter und nicht mal sterben darf ich ! Nach einigen Minuten schaute mich meine Mutter noch mal mitleidig an . „ So mein Schatz , leg dich bitte auf dein Bett und dann …“ „Nein das werde ich nicht tun! Es ist schlimm genug in der Nacht eine Windel tragen zu müssen , aber am Tag? Wenn das jemand bemerkt werde ich doch hier zum Gespött und im Zeitalter der Informationstechnik verbreitet sich das doch wie ein Lauffeuer!“  „Ok , dann eben nicht  , dann machst du dir eben den lieben langen Tag in die Hose  , dann brauchst du auch keine Angst mehr zu haben , dass es   „vielleicht“ jemand bemerken könnte“ Ich gefror  , wieder hatte sie recht , das war der einzige Weg einer totalen Blamage zu entgehen , aber dennoch wollte ich das nicht , mittlerweile war auch mein Bruder aus der Schule gekommen und beobachtete alles geschützt hinter der Tür.  Zum Glück merkte meine Mutter das und schickte ihn in sein Zimmer , trotzig folgte er der Anweisung . „Komm , du  hast doch im Prinzip keine Wahl , oh doch , ganz vergessen , entweder du pinkelst  vor der gesamten Klasse in die Hose oder du trägst eine Windel , die dich davor schützt.“ Langsam wurde mir klar , dass ich wirklich keine Wahl hatte und ich resignierte , legte mich auf mein Bett und wartete . In Windeseile war ich nun um 15:00 Uhr gewickelt ,als ich versuchen wollte meine Jeans anzuziehen merkte ich erst wie dick die Windel war , ich suchte und fand was ich wollte ( unterdessen war meine Mutter gegangen ) , eine Hose die ich vor Jahren gekauft und liegen gelassen habe , weil ich erst , als ich zu Hause war und alle Schildchen abgemacht hatte bemerkte dass sie nicht M sondern XL und damit viel zu groß für mich war , jetzt passte mir diese Hose jedoch wie angegossen , auch die Länge stimmte und ich war irgendwie froh damals diesen Fehlkauf getätigt zu haben , nun hoffte ich inständig  , dass das morgen in der Schule keinem auffallen würde  ,ich wusste zwar nicht was mich sonst erwarten würde  , aber das wollte ich auch gar nicht . Als ich dann 2 Stunden später auf die Toilette musste , fiel mir auf  , dass ich ja eine Windel trug , ich wollte allerdings nicht in diese pinkeln  und versuchte sie abzumachen , zu meinem Bedauern waren die Klebestreifen so fest und ich so hektisch , dass ich sie nicht abbekam und nach meiner Mutter rief. Als sie kam bemerkte sie jedoch nur „ Aber dafür ist eine Windel doch da“ Ich versuchte ihr zu erklären , dass ich unter keinen Umständen absichtlich in die Windel pinkeln wollte ,aber sie hörte gar nicht mehr zu und so gab ich dann doch klein bei und ließ es laufen , es fühlte sich schrecklich an wieder in die Windel zu machen , bedauerlicherweise kam nun mein Bruder auch den Flur entlang und fing , als er mich  mit gerötetem Gesicht auf meinen Schritt  starren sah lauthals an zu lachen , ich konnte mich nicht wehren , ihn nicht schlagen , ihn nicht anbrüllen , ich konnte nur da stehen und es ertragen.

Anonym per E-Mail eingesendet! Vielen lieben Dank!

2 Kommentare:

  1. Sehr gut erzählt. Die Abfolgen sind wohl etwas hastig, aber du beschreibst gut, wie die Gefühlswelt des 15-jährigen plötzlich durcheinander gerät.
    Eine der wenigen Geschichten, bei der ich mich über ein Fortsetzung freuen würde.

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