Ich stehe im halbleeren Bus, die Hände um die glatte Stange geklammert, während die Straßen meines Vororts an mir vorbeiziehen. Draußen wird es langsam dunkel, die Laternen werfen warme, orange Flecken auf den Asphalt. In mir drin ist es noch heller – ein Gefühl, das zwischen Scham, Sehnsucht und tiefstem Vertrauen schwankt.
Meine Windel raschelt leise unter meiner weiten Jogginghose, ein vertrautes Geräusch, das nur ich hören kann. Oder zumindest hoffe ich es. Sie ist schwer geworden im Laufe des Tages, gut gefüllt, ein ständiger, warmer Druck gegen meine Haut. Ein Teil von mir möchte, dass niemand es bemerkt. Ein anderer Teil – der größere – spürt in dieser Enge und diesem unbequemen Gefühl eine seltsame Geborgenheit. Eine Erinnerung daran, wer ich für sie bin.
Der Bus ruckelt über eine Unebenheit, und ich muss mich fester festhalten. Die Bewegung lässt die Windel noch deutlicher spürbar werden, weich und nachgiebig. Ich schließe für einen Moment die Augen und atme tief durch. In meiner Tasche liegt mein Schnuller, sauber in einem kleinen Plastikbeutel. Ich fühle fast magnetisch den Drang, ihn mir in den Mund zu stecken, hier zwischen fremden Menschen, die in ihre Telefone starren. Aber ich warte.
Meine Gedanken wandern schon voraus, durch die ruhigen Straßen, zur unserer Haustür. Sie wird da sein. Mami. Meine Frau. Meine Herrin, wenn sie es für nötig hält. Diejenige, die mich am Morgen gewickelt hat, mit ruhigen, sicheren Händen, bevor sie mich zur Arbeit gehen ließ. Die mir einen Kuss auf die Stirn gab und leise sagte: „Sei brav, mein Kleiner.“
Jetzt, auf dem Heimweg, ist alles, was ich will, zurück bei ihr zu sein. Zurück in der Rolle, in der ich mich komplett fallen lassen kann. Die gefüllte Windel ist nicht nur eine körperliche Tatsache – sie ist ein Versprechen. Ein Versprechen, dass gleich alles wieder in Ordnung sein wird. Dass sie sich um mich kümmern wird. Dass sie mich ausziehen, saubermachen und frisch wickeln wird, mit dieser konzentrierten Zärtlichkeit, die mich jedes Mal erstarren und gleichzeitig schmelzen lässt.
Der Bus hält an meiner Station. Ich steige aus, der kühle Abendluft entgegen, und mache mich auf den fünfminütigen Fußweg nach Hause. Mit jedem Schritt spüre ich das Gewicht, die Wärme, das leise Rascheln. Es ist ein Geheimnis, das ich mit mir trage, sichtbar versteckt unter der weichen Baumwolle meiner Hose. Meine Hände sind in den Taschen vergraben. Ich denke an ihre Hände. An das Geräusch, wenn sie die Windel auseinander faltet. An den Duft von Babypuder. An das Gefühl, wenn sie den Schnuller an meine Lippen führt und ich endlich angekommen bin.
Die Häuser werden vertrauter. Meine Schritte schneller. Die Angst, die ich manchmal in der Öffentlichkeit spüre, weicht jetzt vollständig der Vorfreude. Gleich bin ich zu Hause. Gleich bin ich ihr Baby.
Ich sehe unser Haus, das Fenster im Wohnzimmer ist hell erleuchtet. Ein sanftes, gelbes Licht.
Mein Herz klopft schneller, nicht aus Angst, sondern aus bedingungsloser Erwartung. Ich greife nach meinem Schlüssel, aber ich weiß, dass die Tür wahrscheinlich nicht abgeschlossen ist. Sie wartet schon auf mich.
Mit dem ersten Schritt auf den Gartenweg höre ich auf, der Mann von der Arbeit zu sein. Ich lasse ihn hinter mir. Alles, was jetzt zählt, ist die Wärme in meiner Windel, der Duft von ihr in der Luft und die stille, alles umfassende Gewissheit: Gleich ist Mami da. Und alles ist gut.
Ich schließe die Haustür leise hinter mir, und schon ist sie da. Ein warmer, sanfter Duft von Vanille und Seife umfängt mich, noch bevor ich sie sehe. Dann kommt sie aus der Küche, ein Lächeln auf den Lippen, das mir direkt ins Herz geht. Doris. Meine Frau. Meine Mami.
„Da bist du ja, mein Kleiner“, sagt sie mit dieser Stimme, die so weich ist wie eine Decke an einem kalten Tag. Sie kommt auf mich zu, und ich stehe einfach da, wie angewurzelt, die Tasche noch in der Hand. Ihre Hände legen sich auf meine Wangen, warm und trocken, und sie drückt einen Kuss auf meine Stirn. In mir löst sich etwas, eine Anspannung, von der ich nicht mal wusste, dass ich sie noch trug. Ich bin zu Hause.
Dann zieht sie sich ein wenig zurück. Ihr Lächeln wird zu einem sanften, wissenden Ausdruck. Ihre Augen wandern langsam, prüfend, von meinem Gesicht nach unten. Ich spüre, wie mir eine leichte Röte in die Ohren steigt. Ich weiß, was sie sieht. Die leichte Wölbung meiner Jogginghose, den unbeholfenen Stand.
Ein triumphierendes Funkeln blitzt in ihren Augen auf. „Jemand gehört aber dringend frisch gemacht“, sagt sie mit liebevoller Autorität. Es ist kein Vorwurf. Es ist eine einfache, unumstößliche Wahrheit.
Sie nimmt meine Hand. Ihre Finger schließen sich fest, aber nicht hart, um meine. Ein elektrisierender Schauer läuft mir den Arm hinauf. Sie lenkt mich, sicher und mühelos, durch den Flur, hin zu unserem Zimmer.
Die Tür zum Wickelzimmer steht offen. Der beruhigende Duft von Babypuder strömt mir entgegen. Hier drin ist die Welt weich und sicher. Die große, gepolsterte Wickelkommode dominiert den Raum.
„Hoch mit dir, Schatz“, sagt sie, und ich gehorche. Ich lege mich zurück, mein Rücken sinkt in die weiche Polsterung ein und mein Körper entspannt sich sofort.
Ich sehe sie über mich gebeugt, ihr Gesicht voll konzentrierter Zärtlichkeit, doch ich bin nervös, das bin ich immer wenn Mami mich wickelt. Es ist diese Anspannung vor der Erlösung und Ankunft im Wohlbefinden. Nun spüre ich die sanfte Berührung von Silikon an meinen Lippen. Mami führt mir meinen Schnuller in den Mund. „Hier, mein Süßer“, flüstert sie. „Du weißt, das hilft dir immer.“ Ich schließe reflexartig meine Lippen. Sofort beginnt ein beruhigender Rhythmus, ein instinktives Saugen, das meinen Herzschlag verlangsamt und die erste Welle nervöser Erwartung, die jedes Wickeln in mir auslöst, in etwas Weiches und Akzeptierendes verwandelt. Die Welt zieht sich auf dieses Gefühl im Mund und ihre Anwesenheit zurück.
Ihre Hände öffnen die Knoten meiner Jogginghose. Ich hebe mein Gesäß an, und sie zieht die Hose in einem sanften Zug von mir. Die kühle Luft streicht über meine nackten Beine und kontrastiert scharf mit der warmen, schweren Windel.
Als nächstes schiebt sie mein T-Shirt hoch, bis es als weiches Bündel unter meinen Achseln liegt. Jetzt liege ich völlig offen vor ihr. Nur in der dicken, weißen Windel. Ihr Blick streift über mich, nimmt alles auf. Dann höre ich das knisternde Geräusch, als sie die seitlichen Klebestreifen löst. Der Druck um meine Hüften lässt nach.
Nachdem sie die Windel geöffnet hat, hält sie inne. Ihre Finger tasten an das kleine, metallische Schloss, das diskret vorne an meinem Keuschheitsgürtel sitzt – einem schmalen, silbernen Ring um die Basis meines Penis, der mein Glied sanft, aber stetig in seiner Unschuld gefangen hält. Ihr Blick ist forschend, als sie den winzigen Schlüssel aus ihrer Schürzentasche holt.
„Na, mein Kleiner“, fragt sie mit einer Stimme, die süß wie Honig und doch von unnachgiebiger Autorität ist. „Warst du heute auch schön brav für Mami?“ Mein Herz klopft gegen meine Rippen. Hinter dem Schnuller in meinem Mund kommt ein gedämpftes, hastiges Geräusch – ich versuche zu antworten. Stattdessen nicke ich heftig, so heftig, dass der Ring am Schnuller auf und ab wackelt. Meine Augen sind weit aufgerissen, blicken flehend in ihre. Ja, Mami. Immer brav. Nur an dich gedacht.
Ein zufriedenes Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. „Guter Junge“, sagt sie sanft. Dann steckt sie den Schlüssel in das kleine Schloss. Ein leises, präzises Klick ertönt. Es ist ein winziges Geräusch, das sich in der Stille des Zimmers wie ein Donnerschlag anfühlt. Die Spannung des Metallrings löst sich. Sie zieht ihn vorsichtig ab, und ein sofortiger, tiefgehender Strom der Erleichterung durchflutet mich. Es ist nicht nur eine physische Befreiung von dem leichten, konstanten Druck – es ist eine seelische. Es ist die Bestätigung, dass ich ihrer Kontrolle würdig war, dass ich ihre Regel befolgt habe. Die Last der Erwartung fällt von mir ab, genau in dem Moment, in dem das Metall von meiner Haut gleitet.
Erst jetzt, nach dieser kleinen Zeremonie der Freigabe, widmet sie sich wieder der vollen Windel. Sie schiebt eine Hand unter meinen Rücken. „Heb mal schön an“, sagt sie, und ich gehorche, immer noch nuckelnd. Mit einem sanften Zug zieht sie die Windel unter mir hervor.
Was jetzt kommt, ist eine Reinigung, die gründlicher ist als jede Dusche. Ich höre das nasse Schmatzen der Feuchttücher-Packung. Die erste Berührung des kühlen Tuches auf meiner jetzt befreiten, empfindlichen Haut lässt mich zusammenzucken. Sie wischt mit festen, gründlichen Strichen, von vorne nach hinten. Jeder Zug ist entschlossen und reinigend; sie säubert jeden Zentimeter mit einer Hingabe, die mich bis ins Mark demütigt und erlöst. Das Gefühl ist intensiver jetzt, ohne die Barriere. Die Kühle der Tücher, die präzisen Berührungen ihrer Finger – alles wird direkt und ungefiltert übertragen. Ich sauge fester an meinem Schnuller, mein einziges Ventil in diesem Sturm von Gefühlen: Scham, Hingabe, grenzenloses Vertrauen.
Etwas gedämpft durch das Tuch streichen ihre Finger über meine Hoden, dann weiter über meinen Schaft. Sie reinigt mich gründlich und sorgfältig, aber nicht hastig. Immer mit diesem kleinen Lächeln auf den Lippen und ich kann kaum noch ruhig atmen.
„Tja… mein Kleiner“,
sagt sie leise.
„Da freut sich aber jemand, dass er gewickelt wird.“
Ich schließe die Augen und beiße fest auf den Schnuller in den Mund. Ein leises und tiefes „Mmmmh“ entweicht mir, da ihre Berührung mir so gefällt. Ich will, dass sie weiter macht und ich will, dass sie weiß, wie sehr ich das brauche. Wie sehr ich sie brauche.
Nur noch der Schnuller in meinem Mund, liege ich nackt auf der Wickelauflage. Die geöffnete Windel, warm und feucht unter mir, ich bin erregt und ein wenig beschämend, aber Mami kümmert sich liebevoll um mich. Ihre Fingerspitzen sind sicher und ruhig, das Feuchttuch gleitet über meinen Körper, zuerst sachlich, aber nicht mehr lange.
Als sie einmal wieder ganz langsam über meine Hoden streicht, bewegt sich alles in mir. Ich nuckle fester und mein Atem beschleunigt sich noch mehr. Die Erregung kriecht von innen nach außen, ein heißes Ziehen tief im Bauch. Mein Glied zuckt bei jeder ihrer Bewegungen und ich weiß, dass Mami es sieht, aber ihr Blick bleibt an mir hängen und sie lächelt mich an.
Ihre Hand, die das Tuch führt, wird langsamer, irgendwie prüfender und länger an Stellen verweilend, die nichts mehr mit Reinigung zu tun haben. Ich weiß, dass sie genau weiß, was sie tut. Es dauert nicht lange und schon stöhne ich leise hinter dem Schnuller und presse die Beine auseinander, soweit es die Position zulässt. Ich bin ihr ausgeliefert, ich will es auch so sehr und so beginnt ein Spiel der Lust.
„Mhm… Georgi, Georgi…“,
murmelt sie, als würde sie ein ungezogenes Kind zurechtweisen, aber ihre Stimme klingt nicht tadelnd. Eher verspielt, fast zärtlich und auch irgendwie hungrig. Das Tuch streicht über meine Spitze, nur einmal, dann noch einmal, und sie wird immer langsamer. Ihre freie Hand ruht auf meinem Oberschenkel, warm und etwas fordernd. Dann, ohne Vorwarnung, legt sie das Feuchttuch beiseite und ich spüre ihre Nägel ganz leicht auf meiner Haut.
Ich japse und sie lächelt.
„Ach, wenn du schon so da liegst…“
Ihre Stimme ist kaum hörbar und dann beugt sie sich ein wenig vor, aber ich kann sie nicht mehr richtig sehen, nur noch fühlen. Ihr Griff ist fest, aber nicht schmerzhaft, genau richtig. Genauso wie ich es brauche und ein Keuchen entweicht mir, ein wenig gedämpft durch den Schnuller und ich nuckele wilder. Meine Hüften zucken leicht, ohne mein Zutun, und in diesem Moment will mein ganzer Körper nur ihr gehören.
Sie bewegt ihre Hand langsam und gleichmäßig, ihre Finger gleiten über mein Glied und ihr Daumen kreist gelegentlich über meine empfindlichste Stelle. Ich presse die Augen zu, vergrabe mich innerlich in Scham, Lust und Liebe.
Dann spüre ich, wie sich alles in mir zusammenzieht und wie ein brennender Punkt in mir explodiert. Ich stöhne laut hinter dem Schnuller und ein Wimmern mischt sich dazu. Meine Beine verkrampfen, mein Rücken hebt sich leicht. Es ist heftig. Ich zucke. Ich komme und ich zucke weiter.
In den Wellen der Erlösung höre ich ein leises Lachen und drehe meinen Kopf, um Mami besser zu sehen. Sie hat ein belustigtes Lächeln auf ihren Lippen und einen Blick, der mir sagt, wie sehr sie mich unter Kontrolle hat und es genießt.
Dann spüre ich, wie sich ihre Hand von mir löst, ihre Wärme bleibt nur kurz, dann folgt das kühle Tuch. Sie wischt mich sanft und methodisch ab, wie nach einem kleinen Malheur. Keine Eile, nur diese Stille, Mami-hafte Selbstverständlichkeit.
„Na, das war aber nötig, was?“,
murmelt sie mit einem Grinsen, während sie das Tuch erneut faltet und über meinen Bauch streicht, wo ein kleiner, heißer Tropfen gelandet ist.
Ich nuckele nur heftig, mein ganzer Körper vibriert noch, aber ich bin gleichzeitig erschöpft und zutiefst zufrieden. Sie faltet die benutzte Windel unter mir zusammen und ich spüre, wie mein Po kurz frei liegt. Sie wirft die Windel weg, als wäre es das Normalste der Welt. Als hätte sie nie etwas anderes getan, als sich um mich zu kümmern.
Ihr Baby.
Ich atme langsam und tief, mein Blick ist verschwommen, aber ich sehe ihr Lächeln, dieses warme und kluge, leicht neckende Lächeln und ich weiß, dass ich genau da bin, wo ich hingehöre.
Nachdem mehrere Tücher ihre Arbeit getan haben, höre ich das Klacken der Tube und Mamis Finger drücken sie ganz vorsichtig, ich sehe aus dem Augenwinkel, wie ein dicker, weißer Klecks auf ihrer Fingerspitze landet.
„Jetzt schön stillhalten.“
Ich gehorche natürlich, und ihre Finger berühren mich vorn zuerst, sanft, kühl und glatt, sie streicht die Schutzcreme über mein Glied, meine Hoden und die empfindliche Haut darunter. Nicht fordernd sondern zärtlich, wie eine Mutter, die nur das Beste will. Ihre Berührung ist wie ein Versprechen das ich hier sicher bin, hier bei ihr.
Dann hebt sie meine Beine leicht an, stützt sie mit einem Unterarm und beginnt meinen Po einzucremen. Gründlich über die Pobacken und in jede kleine Falte, ihre Finger massieren die Creme ein, so ruhig und vertraut. Ich schließe die Augen, es ist ein Moment zwischen uns, wie nur wir ihn kennen. Ich bin ganz ihr Baby und sie weiß es. Jede Bewegung von ihr sagt mir, das sie ganz für mich da ist und sie sich um mich kümmert.
Dann kommt das Puder, eine nach Lavendel duftende Wolke senkt sich auf mich herab. Sie streut es großzügig aus, ihre Handflächen verreiben es mit sanften, kreisenden Bewegungen auf meiner Haut, im Schritt, zwischen meinen Pobacken. Jede Berührung ist jetzt reine, ungefilterte Zärtlichkeit. Mein Atem geht ruhig und gleichmäßig hinter dem Schnuller.
Sie wendet sich ab, und das knisternde Rauschen einer frischen Windel erfüllt den Raum. Sie schiebt die saubere Windel unter meinen Hintern. Die weiche Innenseite ist weich und trocken. Sie richtet sie aus, zieht den vorderen Teil nach oben. Dann nimmt sie den Metallring des Keuschheitsgürtels vom Nachttisch. Ohne ein Wort führt sie ihn zurück an seinen Platz und schließt das Schloss mit demselben entscheidenden Klick. Die vertraute, leichte Enge kehrt zurück – jetzt ein Zeichen frischer Reinheit und erneuter Hingabe.
Sie zieht die Windelseiten straff und klebt die Streifen mit dem satten Geräusch fest. Ein fester, sicherer Druck umschließt mich, neu, sauber und besiegelt. Sie streicht über die Vorderseite, prüft den Sitz. Dann zieht sie mein T-Shirt wieder hinunter, schiebt die Hose hoch und knotet sie.
Sie beugt sich vor, ihr Gesicht ist ganz nah. Ihre Finger ziehen sanft den Schnuller aus meinem Mund. „So. Alles wieder in bester Ordnung“, flüstert sie und drückt einen Kuss auf meinen Mund, bevor sie mir den Schnuller wieder zwischen meine Lippen schiebt.
Ich liege da, eingewickelt in Zärtlichkeit und ihre Kontrolle. Die Erleichterung der Befreiung und die Sicherheit der erneuerten Grenze vermischen sich in mir zu einem perfekten Frieden.
Ihre Hand löst sich von meinem Bauch. „So, mein Schatz“, sagt sie mit dieser sanft-bestimmten Stimme, die mir immer sagt, was als Nächstes kommt. „Mami muss jetzt unser Abendessen zubereiten. Und du…“ Sie beugt sich noch einmal vor, und ihre Finger kraulen mir zärtlich durch die Haare. „…du gehst in deine Ecke und spielst schön, bis es Essen gibt. Mein braver Junge.“
Ihre Worte sind kein Vorschlag, sondern die liebevolle Struktur meines Abends. Sie hilft mir vom Wickeltisch, ihre Hände unter meinen Achseln, und stellt mich behutsam auf die Füße. Die dicke frische Windel raschelt mit jedem Schritt, ein bekanntes und beruhigendes Geräusch, das mich begleitet, während sie mich an der Hand durch den Flur führt – nicht zurück ins Wohnzimmer, sondern zur Tür, die zum hellen, sonnigen Wintergarten führt. Hier steht sie, meine Welt: die große, flauschige Spielecke.
Das Gitter ist hoch, fast bis zu meiner Brust, und mit weichen, gepolsterten Paneelen ausgekleidet. Die Tür darin – ein niedriges Gittertürchen mit einem kindersicheren Verschluss, den nur Mami öffnen kann – steht offen. Drinnen ist ein Meer aus weichen, farbenfrohen Spielsachen auf einem dicken, flauschigen Teppich verteilt, der in fröhlichen Pastelltönen schimmert. Ich stehe davor, und ein vertrautes, tiefes Wohlgefühl breitet sich in mir aus. Dies ist mein Reich. Mein sicherer Hafen.
„Rein mit dir, Kleiner“, sagt Mami lächelnd, gibt mir einen sanften Schubs zwischen die Schulterblätter. Jetzt nimmt sie mir meinen Schnuller ab und reicht mir dann einen neuen Schnuller. Er liegt warm in ihrer Hand, nachdem sie ihn unter warmes Wasser gehalten hat. Ich nehme ihn dankbar und führe ihn zu meinen Lippen. Der weiche, vertraute Silikon gleitet in meinen Mund. Sofort setzt ein beruhigender Saugreflex ein, der mir bis in den Nacken zu strahlen scheint und alle letzten Reste erwachsener Gedanken wegspült.
Ich krabble durch das niedrige Türchen – eine Bewegung, die sich mit der dicken Windel seltsam und doch richtig anfühlt – und setze mich mit einem leichten Plumps mitten auf den Teppich. Hinter mir höre ich das definitive, metallische Klick-Klack des Verschlusses.
Ich bin allein. Und doch bin ich nicht allein. Aus der Küche dringen gedämpfte Geräusche: das Klappern von Kochtöpfen, das Zischen von etwas in der Pfanne, das Summen des Dunstabzuges. Es sind die Geräusche von Mamis Fürsorge, ein beruhigender Soundtrack zu meiner eigenen kleinen Welt. Der Duft von Zwiebeln und Kräutern beginnt, sich langsam mit dem vertrauten Geruch nach Babypuder und sauberem Plastik in meiner Ecke zu vermischen.
Ich sehe mich um. Hier, innerhalb dieser weichen Grenzen, schrumpft die Welt auf das Wesentliche. Da sind die großen, weichen Bauklötze aus Stoff. Mein gelber Stoffhund Bello, mit dem ein Ohr fehlt. Ein bunter Plastikring mit Perlen, die klackern. Ein Stapel bunt bebilderter Pappbücher.
Zuerst tue ich eine Weile gar nichts. Ich sitze einfach da, nuckle an meinem Schnuller, und lasse die Stille auf mich wirken. Die Stille in meinem Kopf ist das Kostbarste. Keine Gedanken an Deadlines, an Rechnungen, an gesellschaftliche Erwartungen. Nur das leise, innere Summen von Zufriedenheit. Ich spüre das weiche Flausch des Teppichs unter meiner Haut und den stetigen, sanften Druck der Windel zwischen meinen Beinen. Es ist ein Gefühl der vollständigen körperlichen Sicherheit, als wäre ich in einen lebendigen, atmenden Kokon aus Fürsorge gewickelt.
Dann, fast von selbst, greift meine Hand nach einem der Stoffklötze. Er ist weich und leicht und fühlt sich gut an in meiner Hand. Ich setze ihn vor mich auf den Teppich. Dann einen anderen darauf. Die Aufgabe ist einfach, bedeutungslos und perfekt. Die Türme werden wackelig und fallen um, und es ist völlig in Ordnung. Es macht sogar Spaß. Ein leises, glucksendes Lachen entweicht mir um den Schnuller herum, als ein besonders hoher Turm in sich zusammenfällt und meinen Stoffhund trifft.
Ich nehme Bello und drücke ihn an meine Brust. Sein Stoff ist abgewetzt und weich. Ich murmule leise, sinnlose Silben an ihn, Geschichten, die nur wir beide verstehen. In diesem Moment bin ich das Kind, das mit seinem Hund spricht. Es ist keine Rolle, die ich spiele; es ist ein Zustand, in den ich völlig eintauche. Meine Gedanken sind bildhaft, gefühlsbasiert, im Hier und Jetzt verankert. Ich denke: Weich. Kuschelig. Bello. Turm kaputt. Lustig.
Ich rolle auf den Rücken und starre zur Decke. Das Rascheln der Windel ist laut in der Stille meiner Ecke, ein intimes Geräusch, das nur mir gehört. Ich strample leicht mit den Beinen, genieße das Gefühl der Bewegung, eingeschränkt durch die dicken Windel. Ich bin mir meines Körpers auf eine völlig unkritische, spielerische Weise bewusst. Ich bin einfach da. Ich existiere. In meiner Sauberkeit, in meiner Geborgenheit, in meiner kleinen, umzäunten Welt.
Die Zeit verliert ihre Bedeutung. Sie dehnt sich aus, wird zu einer warmen, goldenen Suppe, in der ich schwimme. Das Klicken und Klackern aus der Küche, das leise Summen des Kühlschranks, das ferne Rauschen eines vorbeifahrenden Autos – alles verschmilzt zu einem beruhigenden Weißen Rauschen. Mein Atem wird tief und regelmäßig, synchron mit dem sanften Saugen an meinem Schnuller.
Hier gibt es keine Leistung, keine Erwartung, kein Versagen. Nur das simple, beglückende Gefühl, zu sein. Ein Baby, das darauf wartet, dass seine Mami kommt, um es zum Essen zu holen. Jeder Sinneseindruck ist sanft und angenehm: der weiche Teppich, der vertraute Geschmack des Schnullers, der sich langsam warm anfühlt, der beruhigende Anblick der bunten Spielsachen um mich herum, der wohlriechende Duft von Essen und Sicherheit.
Als ich schließlich die Schritte höre, die sich dem Wintergarten nähern, ist es kein Schreck, sondern die süße Vorfreude auf die nächste Stufe der Fürsorge. Ich höre das Klick-Klack des Verschlusses, aber ich stehe nicht auf. Ich liege einfach da, Bello im Arm, den Schnuller im Mund, und schaue zum Gittertor hoch, wo ihr Gesicht erscheint, umrahmt von der Tür.
Ihr Lächeln ist warm wie die Küchenlampe hinter ihr. „Hat mein Kleiner schön gespielt?“, fragt sie, und ihre Stimme ist so weich wie der Teppich unter mir.
Ich nicke, ein langsames, schwerfälliges Nicken, das aus der Tiefe meiner Entspannung kommt. Ich bin bereit für den nächsten Teil. Aber diese Zeit hier, in meiner weichen Gefangenschaft, war mehr als nur Warten. Sie war Heilung. Sie war die tiefste, wahrhaftigste Form davon, einfach ich selbst zu sein: Georg, Mamis Baby. Nichts mehr und nichts weniger. Und in dieser Einfachheit liegt ein Frieden, den keine erwachsene Errungenschaft jemals bieten könnte.
von CAZ - Storyteller
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