„Servus, kleine Lady.“ Femke zuckte zusammen. Sie hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass das hier nicht ihr eigener Garten war und hier auch andere Leute herkommen konnten. Reflexartig drehte sie sich zu der Stimme um; auch um ihre Rückseite zu verstecken. Ganz nervös brauchte sie einen Moment, um einen jungen Mann als Sprecher zu identifizieren. Dieser trat jetzt aus dem Schatten und ging ein paar Schritte auf das Trampolin zu.
„Hallo, ich wollte dich nicht erschrecken“, rief er, als er Femkes Reaktion bemerkte, zur Begrüßung kurz die Hand hebend. „Ich bin Maxim, Maxim Zimmermann“, stellte er sich vor.
Die bald Achtjährige betrachtete den Unbekannten skeptisch. Durch das Netz des Trampolins konnte sie auf ein lächelndes Gesicht ohne Bart, dafür mit längeren Haaren, ordentlich nach hinten gekämmt, schauen. Mit dem Gefühl des nassen Hemdes am Rücken wartete sie ungeduldig, was er von ihr wollte. Eigentlich sah der Mann nett aus. Wie ein Onkel – wenn Femke denn einen Onkel gehabt hätte. Er kam nur zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt. Femke schätzte, dass er noch nicht lange erwachsen war, jedenfalls sah er jünger aus als alle ihre Lehrer. Andererseits wirkte er deutlich älter als die Jugendlichen, vor denen Femke sich so fürchtete, wenn jene, begleitet von lauter Mucke, Graffitis sprühten. Solche Szenen hatte Femke bei Touren mit ihrer Mutter durch die Stadt schon mehrfach mitbekommen. Maxim dagegen trug ein hellblaues Kragenhemd. Dazu eine dunkle Hose mit auffälliger Gürtelschnalle. Ohne die kleinen Schweißflecken auf dem Outfit könnte er Börsenmakler sein.
„Du musst keine Angst haben“, lachte dieser jetzt. „Ich bin Hobbyfotograf beziehungsweise Fotograf als Nebenjob. Ich wollte dich fragen, ob du mit auf einem Bild sein möchtest? Ich helfe bei der Entwicklung eines Reiseführers“, erklärte er seine Absichten weiter. Bilder mit Menschen drauf seien einfach so viel ansprechender, ganz besonders mit fröhlichen Kindern, fuhr er fort. Dass er hier ohne Extrakosten in einer Ferienwohnung übernachten durfte, wenn der Ferienhausbetreiber im fertigen Produkt erwähnt würde, sagte Maxim nicht extra. Ein Bild von diesem Hof aus schien ihm aber eine elegante Möglichkeit, die Sponsorwerbung unterzubringen. Ganz besonders mit dem tollen Panorama der Berge im Hintergrund.
„Natürlich nur, wenn du einverstanden bist. Bevor irgendwas publik gemacht wird, müssen deine Eltern das natürlich auch autorisieren. Wir müssen ja schließlich die Persönlichkeitsrechte wahren.“ Der Mann lachte wieder. Femke verstand nicht ganz, was er wollte, nickte aber. Was sollte sie schon entgegnen?
„Super! Mach einfach so weiter wie eben. Ich hab mein Dreibein da hinten.“ instruierte er sie und lief ein ganzes Stück zurück. Mit ihrem Blick folgte die überrumpelte Femke seinem Weg und entdeckte tatsächlich einen Kameraaufbau, ein ganzes Stück entfernt. Das hatte sie gar nicht gesehen. Der Mann musste schon vor ihr hier draußen gewesen sein und die Berge oder die Umgebung fotografiert haben. Femke atmete ein bisschen auf. Von dort hinten hatte er bestimmt nicht mitbekommen, wie sie sich in die Hose gemacht hatte. Trotzdem fand sie den Fremden ganz schön aufdringlich. Wann Mama wohl runterkommen würde? Dieser schraubte jetzt an seinem Stativ und drehte den Apparat etwas. Femke begann wieder zu hüpfen, erst ein paar kleinere Sprünge und dann richtig hoch. Natürlich immer darauf bedacht, sich dem Fotografen nur von vorne oder von der Seite zu zeigen. Ein Foto mit einem klitschnassen Po wäre wirklich peinlich. Selbst wenn niemand hier sie kannte und das Bild nicht veröffentlicht werden würde. Femke bemühte sich zu lächeln.
Vor seinem inneren Auge konnte Maxim schon die bedruckten Seiten sehen. Das Mädchen machte wirklich einen hervorragenden Job. Strahlend heller Himmel, Gebirgssilhouette, vereinzelte aufsteigende Nebelwölkchen am Horizont über den Hängen. Weiter unten im Vordergrund das fliegende Mädchen, aber nicht so, dass es das Bild dominierte, eher als Vervollständigung des Kunstwerkes. Immer an die Zielgruppe denkend, stellte Maxim sich vor, wie sowohl Familien als auch Urlauber, die einfach an dem Ort interessiert waren, von dem Bild angesprochen würden. Er würde die Ergebnisse gleich an seinen Freund und Mitarbeiter schicken und freute sich schon auf dessen Meinung.
„Erstklassig!“ Der Fotograf reckte die Daumen nach oben und rief etwas lauter, damit sein Model ihn auch verstehen konnte. „Das Halbprofil passt perfekt. Immer zur Seite schauen, nachher im Prospekt ist das die perfekte Blickführung.“ Femke tat wie geheißen und drehte den Kopf noch etwas zur Seite. Zum Glück wollte der Fotograf sie nicht von hinten aufnehmen. Femke wunderte sich, wie der Typ trotz der Bewegung schöne Bilder bekommen wollte. Wenn Mama sie knipste, hieß es immer, sie solle nicht zappeln, weil sonst Arme, Beine, Haare unnatürlich wirkten . Apropos, wollte Mama nicht auch irgendwann nach unten kommen? So langsam wurde ihr der motivierte Kameramann unheimlich.
Maxim kam jetzt wieder auf das Trampolin zu. „Das war *Ad perfectum pervenire*! Willst du die Kunstwerke mal bewundern?“, forderte er Femke auf, zur Kamera zu kommen.
Der Angesprochenen wurde mulmig zumute und sie nickte. Darauf achtend, Maxim nicht den Rücken zuzuwenden, kletterte Femke jetzt aus dem Netz des Trampolins. Es sah lustig aus, wie sie die kleine Leiter überwand, indem sie die Stufen vorwärts hinunterstieg. Fast so, als würde sie eine Treppe nehmen. Der Mann sollte auf keinen Fall ihre nasse Jeans oder sogar die Windel darunter sehen. Unten angekommen, ging Femke in die Hocke, um sich die Schuhe wieder anzuziehen. Bevor sie dem Fotografen folgte, blickte sie noch einmal Richtung Balkon ihrer Ferienwohnung. Von ihrer Mutter war aber immer noch nichts zu sehen.
„Was sagst du dazu? Du musst dir die Aufnahme als Hintergrund einer Doppelseite vorstellen. Vor den weniger interessanten Stellen stehen dann Textblöcke.“ Femke trat vorsichtig näher an das ausgeklappte Kameradisplay, dabei drehte sie sich etwas unnatürlich, um ihre nasse Hose vor Maxim zu verstecken. Sie musste zugeben, dass die Bilder professionell erschienen. Maxim blätterte weiter durch die Aufnahmen. Es gab auch einige, auf denen sie näher zu sehen war. Femke staunte, wie viele Fotos der Mann in so kurzer Zeit gemacht hatte. Schüchtern fragte die Siebenjährige den jungen Mann, ob sie dann auch einen der Reiseführer mit dem Bild bekommen könnte. Um eine Enttäuschung zu vermeiden, erklärte Maxim ihr, dass er nicht versprechen könnte, dass eines der Bilder wirklich gedruckt wird und dass ihre Eltern außerdem noch der Verarbeitung zustimmen müssten. Sollte es aber tatsächlich dazu kommen, würde er dafür sorgen, dass sie ein Exemplar bekommt.
Mit der Zeit wurde Femke immer zutraulicher. Maxim staunte über sich selbst, was für ein Kinderflüsterer er war. Er fragte sich, ob diese Anhänglichkeit an ihm oder den Steinadler-Bildern aus dem Naturschutzpark lag, die er Femke jetzt noch zeigte. In den letzten beiden Tagen war er schon fleißig in der Gegend unterwegs gewesen und hatte durchaus coole Aufnahmen gemacht. Was ihm noch fehlte, waren wirkliche Bergaufnahmen. Also spektakuläre Gipfel und schroffe Hänge. Ohne solche Bilder würde sein Chef die Arbeit wahrscheinlich „Larifari“ nennen. Obwohl der Reiseführer hauptsächlich an normale Urlauber gerichtet war, wurde diese Zielgruppe auch durch exklusivere, spektakuläre Bilder angesprochen. Morgen würde er versuchen, mit der Eibsee-Seilbahn aufs Bergmassiv zu kommen. Als Ausrüstung hatte er zwar auch eine Mini-Drohne dabei, die besten Bilder machte er aber immer noch mit seiner Kamera. Er würde sich eine Stelle suchen müssen, mit weniger Touristen.
„Wie lautet eigentlich dein Name, wenn ich fragen darf?“, wandte sich Maxim an die neugierige Siebenjährige. „Femke Weber“, antwortete die Angesprochene etwas leiser. „Nimmst du die immer mit?“, traute sie sich jetzt mit Blick auf die Kamera zu fragen. „Nach Möglichkeit schon“, lachte der junge Mann. „Die bemerkenswertesten Motive kündigen sich nur selten im Voraus an. Wenn ich nicht so viel schleppen kann, hab ich auch noch eine kleine Kamera, aber ohne Stativ oder Teleobjektiv.“
„Sag mal, Femke, wo ist eigentlich deine Mutter oder dein Vater?“, fragte Maxim das kleine Mädchen in einem passenden Augenblick. „Ich würde deinen Eltern gern auch die Bilder zeigen und sie davon überzeugen, was man damit alles machen kann.“ Femke deutete in Richtung ihrer Ferienwohnung: „Meine Mama kommt gleich runter, hat sie gesagt.“
Maxim fiel immer wieder auf, wie seine neue Bekanntschaft sich unruhig bewegte und ihr T-Shirt alle paar Sekunden neu ausrichtete. Dass ihre Kleidung total nass war, hatte er schon die ganze Zeit gemerkt, sich aber nichts Besonderes dabei gedacht. Er hielt es für eine verschüttete Trinkflasche oder dafür, dass sie sich versehentlich in etwas Nasses gesetzt hatte. Nur die Art, wie das Mädchen versuchte, die Flecken zu verstecken, wunderte Maxim. Femke stellte sich immer seitlich gedreht neben ihn und wenn er auf der Kamera zum nächsten Bild blätterte, trat sie einen kleinen Schritt nach hinten.
Das war doch nicht etwa Urin? Schlagartig bekam Maxim ein schlechtes Gewissen. Hatte sich die Kleine etwa in die Hose gemacht, weil er sie durch die Fotografiererei abgelenkt hatte? Ach herrje, was hatte er bloß angerichtet? Maxim schaute wieder zu Femke, die immer noch dicht über die Anzeige gebeugt das letzte Bild betrachtete. Sooo klein sah sie gar nicht mehr aus, dachte Maxim. An seine eigene Kindheit konnte er sich zwar nur dunkel erinnern, sein Model vor ihm würde er aber durchaus als toilettenfähig beurteilen. Es war immer heikel, fremde Kinder anzusprechen, aber dass gleich so was passiert, damit hatte Maxim beim besten Willen nicht gerechnet. Außerdem war das Motiv einfach so perfekt gewesen und keine Zeit zu warten, bis vielleicht Wolken aufzogen.
Als Maxim einen großen Schritt nach hinten trat, hielt Femke schnell ihre linke Hand vor ihr Gesäß. Das sah wirklich süß aus, vor allem, da es kaum etwas verdeckte. Er musste schmunzeln. „Wenn du Wasser lassen musst, kannst du auch hier zwischen den Bäumen verschwinden“, wollte er ihr die Möglichkeit geben, sich zu entfernen, bevor noch mehr passierte. „Ich bin noch hier, keine Sorge. Ich muss ja auch noch mit deinen Eltern sprechen.“ Ohne dass Maxim selbst damit gerechnet hatte, drehte sich Femke tatsächlich um und flitzte, ohne ein Wort zu sagen, in Richtung der kleinen Baumgruppe über die Wiese. Sie war froh, erst mal aus der Situation entkommen zu können, auch wenn sie gern noch weitere Bilder des Fotografen angesehen hätte.
Maxim blickte der weglaufenden Femke nach und schüttelte leicht den Kopf. Jetzt hatte er freien Blick auf die von hinten total nasse Jeans des Kindes. Selbst das Oberteil schien etwas abbekommen zu haben. Jetzt wusste er sicher, dass er mit seiner Vermutung recht gehabt hatte. Maxim zwang sich wegzusehen. Er fragte sich, wo sie jetzt hinrannte. Wollte sie wirklich wildpinkeln? Eigentlich hatte er das nur so dahingesagt. Er hätte erwartet, das Mädchen würde etwas entgegnen, wie, dass sie eben reingehen würde und gleich wieder da wäre. Konnte man als Frau überhaupt an einen Baum pinkeln? Maxim sah sich um. Keine Menschenseele zu sehen, die als Elternteil oder Begleitung anderer Art der Kleinen infrage käme. Auch nicht die erwähnte Mutter. War das nicht unverantwortlich, ein Kind alleine draußen zu lassen? Hauptsache, Femke kommt gleich nicht wieder und fragt ihn nach Hilfe.
Für die Erlaubnis, die Bilder zu verwenden, könnte er ihre Eltern ja sonst auch ein andermal fragen, sie schienen ja noch nicht lange hier im Ferienhaus zu sein. Bestimmt würde er sie noch mal treffen.
Die Sorge war absolut unbegründet. Femke hätte nie und nimmer einen Fremden um Hilfe gefragt, wenn es um etwas so Peinliches ging.
Der Fotograf hatte was bemerkt, überlegte die Siebenjährige, nachdem sie die schützende Sichtgrenze erreicht hatte. Hoffentlich nur die nassen Sachen und nicht auch die Windel darunter. Das war zwar peinlich, aber nicht ganz so schlimm. Einem anderen Jungen aus ihrer Klasse war auch schon mal die Hose nass geworden. Sie musste die Windel unbedingt loswerden. Wie war sie nur auf den Gedanken gekommen, die Windel anzubehalten? Um sie herum standen einige Nadelbäume und das ziemlich dichte Gebüsch am oberen Rand des Grundstücks. Unter ihren Füßen nahm die Siebenjährige zwar auch von braunen Nadeln durchsetztes Gras wahr, allerdings wurde es wahrscheinlich nie gemäht oder geschnitten. Sie betrachtete das Unkraut um sie herum. Es roch etwas modrig. Hier konnte man sie wirklich nicht sehen.
Erst als sie sicher war, ungesehen zu sein, öffnete Femke den Hosenknopf und ließ die hinten nasse Jeans bis zu den Kniekehlen rutschen. Sie hatte ihre spezielle Unterwäsche satt und wollte sie endlich loswerden. Kurzerhand zupfte sie mit beiden Händen an den Klebestreifen der Pampers, riss diese los und hielt die Windel an einem der Klebestreifen fest. Das nasse Vlies löste sich langsam von ihrer Haut. Das Plastik des hinteren Teils der Windel klebte durch die Feuchtigkeit leicht an ihrem Po. Das Mädchen befreite sich ganz von dem nassen Ding und hielt die Windel mit zwei Fingern fest. Untenrum jetzt ganz entblößt versicherte sie sich noch mal, dass sie, von Gebüsch umgeben, vor Blicken geschützt stand. So ganz nackt fühlte sich die Sommerluft ganz besonders kühl an ihrem feuchten Po und an ihrer Scheide an. Wohin jetzt mit der Windel? Mit leichtem Ekel schleuderte Femke die nasse Windel kurzerhand in die hohen Brennnesseln. Dort würde sie hoffentlich so schnell niemand finden und irgendwann verrotten.
Schnell beugte Femke sich nach unten und zog ihre Hose nach oben. Dabei fielen ihre blonden Haare über die Schulter in ihr Gesichtsfeld. Schnell strich sie diese wieder nach hinten. Ganz ohne etwas darunter fühlte sich der nasse Jeansstoff kühl im Schritt an. Immerhin war sie jetzt die Windel los. Der Hosenbund kratzte sie etwas und der Knopf der Jeans lag kalt auf der nackten Haut. Jetzt verstand sie, wozu Unterwäsche gut war. Die Siebenjährige zog ihr helles T-Shirt glatt über die Hose und strich die Falten weg. Wohin sollte sie jetzt gehen? Hier ausharren, bis man sie suchte? Behutsam schlich sie zum Rand des Gebüschs und lugte über die Wiese.
Der seltsame Fotograf hantierte immer noch an seiner Kamera. Von ihrer Mama war nach wie vor nichts zu sehen. Was sollte sie jetzt machen? Sie könnte schnell über die Wiese huschen und dann zu ihrer Mutter nach oben rennen. Dort müsste sie aber die immer noch nasse Hose erklären. Femke konnte sich jetzt schon vorstellen, wie ihre Mutter ganz überrascht fragen würde, wie das denn passieren konnte. Auch wenn es wahrscheinlich nicht so schlimm wäre, traute sie sich nicht. Femke wollte das so weit wie möglich hinauszögern. Und was würde der Fotograf denken, wenn er sie ohne ein Wort zu sagen wegrennen sähe? Femke traf eine Entscheidung. Sie würde wieder zu dem jungen Mann gehen und sich die spannenden Vogelbilder zu Ende ansehen. Peinlich war ihr die nasse Kleidung natürlich immer noch, aber der Mann hatte sie wahrscheinlich eh schon gesehen. Vielleicht dachte er auch, es wäre nur Wasser, hoffte sie. Die Arbeit des Fotografen fand sie wirklich interessant.
Ohne Eile verließ die Siebenjährige das dämmrige Fichtengebüsch und näherte sich schüchtern dem jungen Mann, der sein Stativ in Richtung des Bergpanoramas gedreht hatte. Schön warm strahlte die Sonne auf ihren Rücken. Ohne Windel fühlte sich das Laufen gleich wieder viel freier an. „Darf ich mir die Adlerbilder noch einmal ansehen?“, traute Femke sich zu fragen. Ganz überrascht drehte sich Maxim zu ihr um. Die Kleine war ja wahrhaftig wiedergekommen. Maxim lächelte. Einerseits freute er sich über die Aufmerksamkeit, die er bekam, andererseits wusste er nicht ganz, wie er mit Femke umgehen sollte. Mit Kindern hatte er keine Erfahrung. Als er sie nach dem Bild gefragt hatte, hatte Maxim nicht damit gerechnet, dass er das Mädchen direkt an der Backe haben würde.
Auf ihre Bitte hin zeigte Maxim der fast Achtjährigen, wie man mit Kamera und Stativ Bilder machen konnte. Über das separat schwenkbare Display konnte er das Gerät im Stehen kontrollieren, ohne sich bücken zu müssen. Ein unscheinbarer Knopf betätigte den Auslöser. Natürlich bot das eher professionelle Equipment noch jede Menge zusätzliche Einstellmöglichkeiten. Femke zeigte er aber nur die wichtigsten. Belichtungszeit, Tiefenschärfe und Weißabgleich ließen sich über digitale Regler ebenfalls über das Display steuern oder auf Automatik setzen. Er hatte keine Ahnung, wie viel das fremde Kind verstand. Behutsam drehte Maxim den Aufbau und ließ Femke dann auf den Auslöser drücken. Auf das Ferienhaus gerichtet fotografierte die Kamera jetzt Garten, angrenzende Botanik und das helle Haus mit Balkonen von unten. Als Maxim der bald Achtjährigen Femke die anwendbaren Filter zeigte, lachte diese. Mittels Farbumkehr wurde das Motiv surreal und knallbunt dargestellt. Für einen kurzen Moment vergaß Femke ihren nassen Po. Das war lustig. Kurz darauf achtete die Siebenjährige wieder darauf, möglichst wenig von ihrem Missgeschick zu zeigen.
Auch Maxim blieb Femkes Verhalten nicht unbemerkt. Er konnte sich nicht erinnern, dass er als Kind jemals in die Hose gemacht hatte. Rückblickend, sich eine solche Situation vorstellend, befand er das auch für Kinder eklig und vor allem peinlich. Dafür sprach auch, wie Femke versuchte, die nassen Stellen zu verdecken. Warum machte sie nichts dagegen? Sich umziehen oder so? Das konnte man ja nicht mit ansehen. Na ja, vielleicht hatte er auch einfach ganz falsche Vorstellungen. Im Grunde hatte er ja keine Ahnung. Ein bisschen hilflos wirkte das Mädchen mit der linken Hand vor dem nassen Fleck am Hintern schon. Die Kleine wird doch nicht etwa vernachlässigt? Wo war er da nur wieder reingeraten.
„Können wir die Blumen da knipsen?“, fragte Femke und deutete auf ein weiter entferntes Beet. Die Grundschülerin stellte sich die verschiedenfarbigen Blüten schön auf einem Bild vor und außerdem machte es ihr so langsam Spaß, mit ihrer freien Hand den Auslöser zu drücken. „Semper paratus“, kommentierte Maxim und stellte Richtung und Zoom entsprechend ein. Ansonsten wirkte das fremde Kind eigentlich nicht vernachlässigt. Maxim dachte an die Fälle aus den Nachrichten, die ihm Microsoft News anzeigte, wenn er einen neuen Browser-Tab öffnete. Dort wurden Menschen beschuldigt, die Anzeichen für Kindeswohlgefährdung nicht gemeldet hatten. Aber eine nasse Hose musste man wohl kaum beim Jugendamt anzeigen. Auch wenn er sich schon wunderte, wo die von der Kleinen erwähnte Mutter blieb.
Die Aufnahmen, die die Kamera jetzt machte, waren wirklich nicht schlecht. Auch wenn sie nicht für seinen Reiseführerjob geeignet waren, waren Bildausschnitt und Aufnahmeparameter professionell. Auch Femke fand die Bilder gut. Im Hintergrund konnte man den immer noch aktiven Rasensprenger erkennen. Maxim kam eine spontane Idee. „Willst du dich vielleicht mal ein bisschen abkühlen?“, fragte er das Mädchen. „Die Bewässerungsanlage da hinten ist wirklich genau das Richtige bei diesen Temperaturen, da kann man sich super drunterstellen. Hab ich auch schon ausprobiert“, log er. „aber sag bitte nicht, dass das meine Idee war“, fügte Maxim noch hinzu. So viel kommunikative Geschicklichkeit hatte er sich gar nicht zugetraut. Den letzten Gedanken wollte er eigentlich gar nicht laut aussprechen. Aber irgendwie musste er dem fremden Mädchen helfen. Es war ja nicht zu übersehen, wie unangenehm ihr der nasse Fleck war. Bei den Temperaturen war eine kleine Dusche als Abkühlung wirklich nicht ungewöhnlich oder schädlich, von daher hielt er seinen Tipp für ganz normal.
Im ersten Moment war Femke zum Weinen zumute. Der junge Mann hatte ihre Hose „nass“ genannt. Femke schaute den Fotografen unauffällig an. Dieser lächelte aufmunternd. Von außen wirkte er nicht so, als ob er die Sache besonders dramatisch fände, ganz anders als Femke selbst. „Nicht fotografieren“, flüsterte sie und lief in Richtung des kühlen Nasses. Darauf achtend, nicht in die entstandenen Pfützen zu treten, schlich die Siebenjährige vorsichtig unter den sich drehenden Wassernebel. Erstaunlicherweise tat es sogar gut, von oben berieselt zu werden. Durch die in das Wasser scheinende Sonne konnte Femke einen Mini-Regenbogen sehen.
Maxim wunderte sich ein bisschen, dass das Kind kommentarlos alles tat, was er vorschlug. Er konnte sich einfach nicht in sie hineinversetzen und wusste so auch nicht, wie er angemessen mit ihr umgehen sollte. Wenn Maxim mit anderen redete, wünschte er sich ein Gespräch auf Augenhöhe. So hielt er es eigentlich immer, auch wenn er als Fotograf privat beauftragt wurde, sollten seine Kunden eigene Wünsche und Ideen äußern, ohne sich ihm als Experten blind anzuschließen. Bei Femke dagegen wusste er auch nicht so recht. Einerseits offensichtlich neugierig und offen, andererseits sagte sie einfach nichts darüber, was sie wollte und was nicht. Sobald er die Erlaubnis von ihren Eltern hat, die Bilder zu verwenden, braucht er sich darüber keine Gedanken mehr zu machen. Dann kann er sich wieder allein auf die Suche nach fehlenden Motiven machen.
Plötzlich sah Maxim, wie sich die Haustür öffnete und eine Frau nach draußen trat. Von den langen, blonden Haaren her könnte es tatsächlich die erwartete Mutter von Femke sein. Suchend blickte sich die Frau um. Aufgrund der ansteigenden Wiese konnte sie die jetzt einen Regentanz aufführende Femke von dort aus nicht sehen. Dazu müsste sie ein paar Schritte nach rechts gehen. Maxim hob die Hand, um auf sich aufmerksam zu machen. Mal sehen, wie die Frau tickte.
Kaum dass sie, noch etwas müde, durch die Tür nach draußen getreten war, bemerkte Frau Weber den winkenden Kerl. Gesehen hatte sie den jungen Mann schon, als sie auf dem Balkon stand und Femke auf dem Trampolin gewinkt hatte. Irritiert ging sie auf den jungen Mann zu. War irgendwas mit Femke? Hatte sich ihre Tochter verletzt? Kurz bevor sie den adrett gekleideten Mann erreichte, stellte dieser sich vor: „Hallo, ich bin Maxim Zimmermann. Sind Sie die Mutter von Femke?“ Maxim hoffte, dass er den Namen richtig ausgesprochen hatte.
Frau Weber nickte: „Woher kennen Sie meine Tochter? Wie kann ich Ihnen helfen?“ Mittlerweile hatte sie auch Femke entdeckt. Diese spielte in einiger Entfernung und hatte sie noch gar nicht bemerkt. Es schien alles in Ordnung zu sein. Maxim erklärte sich. Frau Webers Entsetzen darüber, dass er ohne ihre Erlaubnis Bilder von ihrer Tochter gemacht hatte, dämpfte der junge Mann, indem er ihr die Aufnahmen präsentierte. Trotzdem war sie alles andere als begeistert. Die Jugend von heute kannte wirklich keinerlei Grenzen. Immerhin waren keine Nahaufnahmen von Femke dabei.
„Femke“, rief Frau Weber in Richtung ihrer Tochter und winkte. Die Siebenjährige drehte sich erstaunt um. Ihre Mama stand bei dem Mann, den sie kennengelernt hatte, und unterhielt sich mit diesem. Mittlerweile von oben bis unten durchnässt, klebten Jeans und T-Shirt angenehm kühl an ihrem Körper. Lachend strich sie ihre nassen Haare über die Schultern und lief auf ihre Mutter zu. Was sie von dem Mann halten sollte, wusste sie immer noch nicht so genau. Er redete komisch, war aber ansonsten ganz nett. Zumindest glaubte sie das. Er hatte ihre Pipi-Hose gesehen, aber so reagiert, als wäre das gar nichts Schlimmes. Stattdessen hatte er ihr sogar beim Vertuschen des Malheurs geholfen.
„Du bist ja ganz nass“, begrüßte Frau Weber Femke ganz bestürzt. „Ich wollte mich etwas abkühlen“, übernahm Femke Maxims Wortwahl. „Willst du auch mal, Mama?“ Frau Weber schüttelte sich. Auf was für Ideen ihre Tochter doch manchmal kam. Diese drehte sich auf einmal zu dem Fotografen um: „Zeig noch mal die Bilder. Mama! Du musst unbedingt die Zauberblumen sehen.“ Maxim brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass das Mädchen die bearbeiteten Bilder von dem Beet meinte. Er öffnete die Datei, damit Femke ihrer Mutter ihr Werk präsentieren konnte.
Als Frau Weber sah, wie vertrauensvoll Femke mit dem fremden Mann sprach, entspannte sie sich ein wenig. Sie nahm sich vor mit Femke später nochmal über den Umgang mit fremden Menschen zu sprechen. Der freundliche Typ verhielt sich wirklich höflich. Schließlich einigte sie sich mit Maxim darauf, dass dieser ihr die Bilder erst mal zukommen lassen sollte. Sie wollte sich erst mal alles in Ruhe angucken. „WhatsApp, Discord, Telegram?“, fragte er daraufhin. Frau Weber gab ihm ihre Nummer.
Anschließend plauderte sie noch etwas mit dem Mann. Trotz des Altersunterschiedes verstanden sie sich recht gut. Dass Femke sich offensichtlich in die Hose gemacht hatte, ließ dieser das ganze Gespräch über unerwähnt. Maxim wüsste gar nicht, wie er seine Beobachtung formulieren sollte. Außerdem war er sich nicht sicher, ob er durch seine Ablenkung sogar eine Teilschuld an der Misere hatte. Wenn das in ihrer Familie so üblich war, konnte die Kleine später ja immer noch selbst mit ihrer Mutter reden.
Irgendwann beschloss Frau Weber, dass es Zeit war, wieder reinzugehen. Es war zwar ziemlich warm, trotzdem befürchtete Frau Weber, dass Femke krank werden würde, wenn sie die nassen Klamotten allzu lange anbehielt. Das wäre im Urlaub wirklich schade. Sie verabschiedeten sich von Maxim. Frau Weber versprach, dass sie sich wegen der Bilder auf jeden Fall noch mal melden würde. Mit Femke an der Hand stiefelte sie zu ihrem Domizil für die nächsten zwei Wochen.
Ohne viel von der Gegend gesehen zu haben, gefiel Femke der Urlaub offenbar jetzt schon. Munter plapperte sie vor sich hin. Während sie alleine draußen war, hatte ihre Mutter das ganze Gepäck ausgepackt und sortiert. Schränke gab es in der Ferienwohnung genug. Alles war ordentlich und sauber. Schnell suchte sie eine Garnitur Klamotten für Femke raus. Ein hellblaues Longsleeve und eine lange Leggings mit kleinen Herzchen und natürlich auch trockene Unterwäsche. Nach dem Umziehen freute sich auch Femke über die gemütlichen, trockenen Sachen. Ihre nasses Zeug hatte sie einfach auf den Badezimmerboden geschmissen. Femke war froh als sie merkte wie bequem die trockene Unterhose auf der Haut lag. Die Windel anzubehalten war eine dumme Idee gewesen. Zum Glück hatte ihre Mutter nichts bemerkt. Bevor die Windel ausgelaufen war, war sie eigentlich ganz schön gewesen. Femke wusste auch nicht so recht, was sie denken sollte. Sie wurde bald acht und würde nach den Sommerferien in die dritte Klasse kommen. Da sollte sie doch froh sein, dass sie keine Windeln mehr brauchte.
Frau Weber machte sich daran, das Essen vorzubereiten. Sie beide hatten mächtig Hunger. Heute hatten sie noch nichts Richtiges gegessen, da konnte sie auch mal eine warme Mahlzeit außerhalb der gewöhnlichen Zeit vertragen. Die Küchenzeile der Ferienwohnung war gut ausgestattet. Für den ersten Tag hatten sie nur Bockwürste und Nudeln dabei. Sie mussten unbedingt einkaufen gehen. Frau Weber versuchte, mit der Steuerung des modernen Induktionsherdes klarzukommen. Für den Urlaub hatte sie sich vorgenommen, mal weniger aufwendig zu kochen. Wenn das Geld reichte, würden sie vielleicht auch mal essen gehen können. Zum Glück mochte Femke einfache Gerichte merkwürdigerweise mindestens genauso gern. Kaum enthielt die Speise mal ein paar mehr Zutaten, hieß es direkt: „Mag ich nicht.“ Heute passte das mal gut. Unterdessen machte sich Femke unauffällig über die Gummibärchen her, die mit in einem kleinen Willkommenskörbchen auf dem Tisch lagen. Im Urlaub wäre ihre Mutter bestimmt nicht so streng.
Die erste Mahlzeit in der Ferienwohnung mundete hervorragend. Frau Weber musste sich etwas zurückhalten, damit genug für ihre Tochter übrig blieb. Femke vertilgte zwei volle Teller und vier Bockwürstchen. Sie hatten sogar Ketchup gefunden, keinen mitgebrachten, sondern aus dem Kühlschrank. Das war wirklich Luxus. Wegen des äußerst begrenzten Gepäcks konnten sie ja nicht besonders viel von zu Hause mitnehmen. Zusammen gingen sie noch mal ihre Pläne durch. Morgen war Sonntag. Da hatten die Geschäfte sowieso geschlossen. Noch von damals, als sie selber hier Urlaub gemacht hatte, erinnerte sich Frau Weber an viele schöne Stellen in der Gegend. Die genauen Wege kannte sie aber nicht mehr. Für den ersten Tag wollte sie etwas Entspanntes machen. Frau Weber dachte an den Rundweg „Sagenhafter Bergwald“. Ob sie selber schon mal dort gewesen war, konnte sie nicht mehr sagen. Die Beschreibung klang aber sehr gut. Genau das Richtige, um sich am ersten Tag einzulaufen. Um dorthin zu kommen, mussten sie in den nahen Ortsteil Hemmersbach mit dem Bus fahren. Das sollte aber kein Problem sein.
Nach dem Essen wollte Femke unbedingt eins der Spiele ausprobieren, die sie in dem Schränkchen unter dem Fernseher gefunden hatte. Es wurde ein schöner Abend. Frau Weber war glücklich, wie reibungslos alles gelaufen war. Wie schnell sich das ändern würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.
Als Femke anfing zu gähnen, beschloss ihre Mutter, dass es so langsam Zeit fürs Bett wurde. Sie waren heute sehr früh aufgestanden. Im Badezimmer hatte Frau Weber schon alles bereitgelegt. Die Kulturtasche mit Femkes Zahnbürste stand ordentlich am Waschbeckenrand. Frau Weber half Femke dabei, sich bettfertig zu machen. Die Badezimmerfliesen fühlten sich kalt unter den nackten Füßen an. Im Anschluss an ein gründliches Zähneputzen konnte die fast Achtjährige auch schon in ihre bequeme, weite Schlafanzughose schlüpfen. Der dehnbare Hosenbund schnippte gegen ihre Hüfte. Frau Weber hielt ihr auch das Oberteil hin, sodass Femke nur die Arme in die Ärmel strecken musste. Zuhause schlief Femke meistens nackt oder nur in Unterwäsche. In einem fremden Bett fühlte sie sich aber trotz der sommerlichen Temperaturen in ihrem kuscheligen Schlafanzug wohler. Vorsichtig bürstete Frau Weber die Haare der Siebenjährigen, damit die von der künstlichen Beregnung zerzausten Haare wieder schön glatt und angenehm wurden.
Im Schlafzimmer der beiden angekommen, ließ sich Femke sofort auf das Bett fallen. Femke hatte sich für die linke Betthälfte entschieden, Frau Weber würde also rechts, Richtung Fenster, liegen. Frau Weber dachte daran, wie sich Femke zu Hause immer in ihre Bettdecke einrollte. Hoffentlich würde sie nicht plötzlich im Kalten liegen.
Frau Weber kramte eine neue Pampers aus dem Schrank hervor. Sie durfte nicht vergessen, ihre Tochter zu wickeln, hier hatten sie keinen Matratzenschoner wie zu Hause. Die Windeln hatte sie ganz einfach in ein freies Fach im Schrank gelegt, hier in der Ferienwohnung mussten sie diese ja nicht wie zu Hause verstecken. Eine Handvoll der bunt bedruckten Dinger hatte sie von zu Hause aus mitgebracht, mehr hatte ihre begrenzte Packkapazität nicht zugelassen. Sie müssten eben noch eine neue Packung kaufen. Windeln würde es wohl überall geben. Frau Weber betrachtete nachdenklich die alle viere von sich gestreckt auf dem Rücken liegende Femke. Sie freute sich, dass ihre Tochter den Urlaub zu genießen schien.
Vorsichtig kniete sich Frau Weber hinter Femke auf die Matratze. Mit einem Finger jeder Hand zog sie vorsichtig Femkes Schlafanzughosenbund ein Stück nach unten. Ein Wille zum Mitwirken war nicht vorhanden. Wie ein Kartoffelsack lag die eben noch so aktive bald Achtjährige Femke da und starrte an die Decke. Schließlich hatte ihre Mutter es geschafft, sie untenrum so weit freizulegen, dass sie die aufgeklappte Windel unter ihren Po bugsieren konnte. Auf das "Popo hoch" Kommando reagierte das Müde Mädchen nur mit einem schlaffen Zucken. Nachdem das saugfähige Material einigermaßen korrekt platziert war, drückte Frau Weber das Vorderteil der Pampers Größe 7 vorsichtig gegen Femkes Bauch und strich die Klebestreifen auf beiden Seiten fest. Sicher verpackt rüttelte sie die Schlafanzughose wieder nach oben über die Windel. Erst als Frau Weber die Bettdecke anhob, setzte sich Femke in Bewegung und krabbelte langsam in Position unter der Decke.
Gemütlich eingekuschelt ließ Femke sich noch einen Kuss auf die Wange geben. „Gute Nacht, mein Schatz“, wünschte Frau Weber. „Ich komme auch gleich. Dann können wir noch etwas schmusen.“ Nach dem anstrengenden Anreisetag verlangte Femke auch gar nicht mehr, dass sie noch las. Zu Hause machten sie es normalerweise so, dass Frau Weber Femke aus einem Buch ein Kapitel zum Einschlafen vorlas.
Leise schlich Frau Weber aus dem Zimmer. Sie hatte nicht vor, noch länger aufzubleiben, ging direkt ins Bad und machte sich zügig fertig. Zurück im Zimmer legte sie sich ebenfalls ins warme Bett. Femke schien schon eingeschlafen zu sein. Morgen würde sie ausschlafen. Das hatten sie sich verdient.
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