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Donnerstag, 22. August 2013

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Eine schöne Bescherung Teil 3

 => Eine schöne Bescherung Teil 2
 => Eine schöne Bescherung Teil 1

Es war der 22. Dezember. Seit dem „Miracle on ice“ waren 2 Tage vergangen und es war jetzt Donnerstagmorgen. Andreas‘ Mutter stand vor seiner Zimmertür und klopfte an. „Kann ich reinkommen?“
Nichts regte sich.


Sie klopfte nochmals, doch wieder blieb es still. „Andreas komm schon mach wenigstens die Tür auf! Ich verspreche dir ich werd‘ dich auch nicht dazu zwingen in die Schule zu gehen. Ich weiß was vorgefallen ist und es tut mir wirklich zutiefst Leid, aber du hast seit zwei Tagen weder gegessen, getrunken noch mit uns geredet. Dein Vater und ich, wir machen uns Sorgen! So kann es nicht ewig weitergehen. Hörst du?!“
Weiterhin wartete sie vergeblich auf eine Antwort.
„Schön wie du willst. Bleib auf deinem Zimmer, aber nimm wenigstens etwas zu dir! Ich lass dir dein Frühstück vor der Tür stehen. Du kannst es dir holen wann immer du möchtest. Ich werde wieder runter gehen und dich nicht weiter stören. Aber lass dir noch eines gesagt sein: Es mag für dich furchtbar gewesen sein vor all deinen Mitschülern und Freunden in Windeln gesehen zu werden, aber dich deshalb von der Außenwelt abzukapseln und den Kopf einzuziehen ist nicht der richtige Weg dem entgegen zu treten. Ich bin deine Mutter und ich liebe dich, egal was du auch in deinem Leben tun wirst, nur war ich bisher eigentlich der Meinung, dass ich einen reifen 17-jährigen Sohn habe, der weiß wie man sich mit Problemen auseinandersetzt und nicht ein hilfloses, feiges Baby.“
Andreas hörte wie sich die Schritte seiner Mutter entfernten. Er lag im Bett und hatte alles mitangehört. Dass er nichts getrunken und gegessen hatte, stimmte nicht ganz. Auf seinem Nachtschränkchen waren noch eine fast volle 2 Liter Flasche Cola und eine halb aufgegessene Tüte Chips gelegen, von denen er in den letzten beiden Tage gelebt hatte. Er glaubte, dass seine Mutter das wusste und nur die Besorgte gespielt hatte, damit er endlich aus seinem Zimmer herauskam. Aber das würde er erst machen, so hatte er sich geschworen, sobald eines der folgenden drei Szenarien eintreten würde, die er sich in den letzten 2 Tagen ausgedacht hatte.
Nummer eins:
Die Schule brennt ab, oder es passiert sonst irgendetwas, sodass er bis auf weiteres offiziell keinen Unterricht mit seinen Ex-Besten-Freunden absolvieren würde müssen.
Zweitens:
Es bricht eine Magendarm-Epidemie aus, woraufhin sich ausnahmslos alle anstecken und in den nächsten Tagen Windeln verordnet bekommen. Sollen sie doch selbst sehen, wie es ist gezwungen zu werden, diese Dinger zu tragen!
Und schließlich Drittens:
Er sitzt noch 3 weitere Tage hier drinnen, dehydriert dabei klarerweise früher oder später, wird ohnmächtig, seine Eltern brechen die Tür auf, finden ihn sterbend hier liegen, rufen einen Krankenwagen und er wird von den Sanitätern auf einer Trage in die Ambulanz eingewiesen.
Er persönlich würde es begrüßen, wenn Nummer zwei einträfe...
Abgesehen von diesen Gedankenspielereien hatte der inkontinente Teenager in seinem Exil nicht viel geleistet, außer sich selbst ab und an die Windeln gewechselt, die, wie er am ersten Abend entdeckt hatte, vermutlich von seiner Mutter, fein säuberlich in seinen Schrank eingeordnet worden waren. Es ärgerte ihn, dass er sogar jetzt noch, wo er eigentlich in Selbstmitleid und Rachegedanken gegen diese weißen Lebenszerstörer schwelgte, durch seine Inkontinenz permanent auf sie angewiesen war und somit an sein „Coming-Out“ erinnert wurde. Wieso nur passierte das ausgerechnet ihm? Gleich beim ersten Mal, als er mit Windeln in die Schule geschickt worden war, war er aufgeflogen – oder eher hingeflogen. So viel Pech musste man erst mal in einem Leben haben! Klar war er nervös gewesen und hatte gefürchtet erwischt zu werden, aber wenn er ehrlich war, hatte er es eigentlich für Recht unwahrscheinlich gehalten, dass ihm das tatsächlich passieren konnte.
Nur war es nun Mal geschehen und er würde deshalb zumindest bis zu seiner Maturreise, wie er annahm, jeden Tag daran erinnert werden. Andreas hatte sich schon über mögliche Spitznamen, die ihm in Zukunft zugerufen werden würden, Gedanken gemacht. Hosenscheißer oder Babyboy waren dabei wahrscheinlich noch eher unkreative Varianten. Wenn es nach ihm ginge, würde er die Spitzenreiter erst im neuen Jahr erfahren, obwohl ihm das eigentlich immer noch zu früh war.
Der 17-jährige drehte sich träge auf die Seite, damit er aus dem Fenster schauen konnte. Es hatte aufgehört zu schneien. Dennoch verhüllten schwere, graue Wolken den Himmel und hinderten die Sonne daran, dass ihre Strahlen hindurch auf die triste Welt brachen. Das schlechte Wetter kam ihm gerade Recht. Es spiegelte so ziemlich das wieder, was sich in seinem Inneren seit Tagen festgesetzt hatte. Bleierne, graue Depressionen und Hoffnungslosigkeit auf Besserung.
Seine Mutter hatte ihn mit ihren Beleidigungen nicht wirklich verletzten wollen, dass wusste er. Sie hatte vielmehr versucht die kämpferische Seite in ihm zu wecken, die beispielsweise beim Sport des Öfteren in ihm zum Vorschein kam. In dieser Hinsicht war er ein wenig ein Rebell. Gerade wenn alles gegen ihn sprach und keiner ihm mehr etwas zutraute, erwachte in ihm ein Verlangen, gleich einem wütenden Feuer, das darauf brannte jedem das Gegenteil zu beweisen. Jetzt erst recht! Das war der Lebensvorsatz, nach dem er sich richtete. Nur genau in diesen Tagen, in denen die Situation so schlimm war, wie nie zuvor, konnte er dem nicht folgen. Das Gelächter auf dem Eis hatte ihn praktisch gelähmt. Nicht nur, als es passiert war und er ohne Hose dagestanden hatte, auch jetzt noch. Es fühlte sich an, als hätte man ihm damit tief in die Seele gelangt und diesen einen Charakterzug einfach herausgerissen. Zurückgeblieben war ein schwarzes Loch, das sich mit nichts mehr füllen ließ. Er konnte es nur betrachten und dem nachtrauern, was scheinbar verloren war.
Inzwischen war es Mittag geworden. Am Wetter konnte man das zwar nicht erkennen, aber sein Wecker war sich ganz sicher und zeigte selbstbewusst 12:04 Uhr an. Das Frühstück hatte Andreas nicht angerührt. Seine Mutter oder sein Vater waren ebenfalls nicht nochmal gekommen, um mit ihm zu reden. Er spürte, dass er aufs Klo musste und ließ es absichtlich einfach laufen. Gleich darauf wurde es in seinem Schritt spürbar wärmer. Die Windel nahm deutlich an Volumen zu und knisterte leise, als sich der Superabsorber in ihr ausdehnte. Der junge Windelträger ertappte sich dabei, dass er es genoss, dafür nicht extra aufstehen gemusst zu haben.
„Eigentlich sind sie gar nicht so unpraktisch. Und die Wärme im ersten Moment beim Einnässen ist auch ein gutes Gefühl.... Irgendwie ist es schon ein echter Jammer, dass Windeln nicht gesellschaftstauglich sind. Sie würden so manches viel einfacher machen. Man müsste zum Beispiel bei langen Autofahrten nie mehr zum Pinkeln anhalten, oder bei Kinobesuchen oder beim Skifahren. Wieso können die Leute es nicht einfach hinnehmen, dass manche ihre Toilette nun Mal mit sich rumtragen? Ich wette wenn man alles gut abdichtet, würde es nicht einmal jemand merken, wenn der Gegenüber sich gerade in die Windel macht. Es ist alles nur eine Frage der Einstellung. Nur daran scheitert es! Wenn die Leute intelligent genug wären, das Windeltragen auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, wäre es völlig normal, dass manche sich eben wickeln lassen. Aber nein, die große Masse ist einfach nur ein homogener, fauler Haufen, dem von Kindesbeinen an eingetrichtert wird, dass es merkwürdig und peinlich ist, wenn jemand Windeln trägt. Nur Babys und Senioren haben die offizielle Berechtigung dazu. Pech nur für alle dazwischen, die an Inkontinenz leiden! Und für diejenigen, die Windeln einfach gerne anziehen, so etwas gibt’s vielleicht ja auch...“
Vier Stunden später klopfte es plötzlich wieder an die Tür. Doch es war nicht seine Mutter und auch nicht sein Vater. „Andreas? Darf ich bitte reinkommen? Ich bin’s Lisa.“ Andreas horchte auf. „Was hat Lisa hier zu suchen,“ fragte er sich gedanklich. An sie hatte er in den letzten beiden Tagen überhaupt nicht gedacht. „Vielleicht hat sie ein schlechtes Gewissen und will sich entschuldigen. Unnötig! Ich bin ihr nicht böse, es war ein Unfall und wenn schon kann ich mich bei mir selbst dafür entschuldigen, dass ich sie so schnell angeschoben habe. Möglicherweise hat auch Mama sie gebeten vorbeizuschauen...“
„Hallo? Schläfst du? Wenn ja ich wollt‘ dich nicht wecken, aber wenn du schon mal wach bist wär’s nett, wenn du mich reinlassen würdest. Ich will mich dafür entschuldigen, dass ich dir die Hose heruntergerissen hab‘. Es tut mir echt Leid!“
„Also doch,“ führte er sein mentales Selbstgespräch weiter: „Mann ich hab‘ gar nicht daran gedacht, dass sie sich schuldig fühlen könnte. Soll ich sie reinlassen? Was wenn hinter ihr meine Eltern mit einem Stemmeisen darauf warten, dass ich aufmache damit sie die Tür offen halten können? Andererseits bin ich’s ihr vielleicht schuldig, dass sie ihr Gewissen erleichtern kann.... Naja immerhin hat Mama mir aber auch vorhin versprochen, dass sie mich nicht zum Schule gehen zwingt. Was macht es dann eigentlich noch aus, ob ich weiter auf meinem Zimmer bleibe oder nicht?“
Andreas raffte sich schließlich auf und ging zur Tür. Er drehte den Schlüssel im Schloss herum und öffnete. Es hatte tatsächlich nur Lisa vor seinem Zimmer gewartet. Sie sah etwas mitgenommen aus und blickte ihn mitleidserregend schuldbewusst an. Scheinbar hatte ihr diese Sache wirklich zugesetzt.
„Oh Gott sei Dank geht es dir gut,“ rief sie und fiel ihm um den Hals, sodass Andreas kurz die Luft wegblieb. Stöhnend antwortete er noch in ihrer Umarmung: „Klar geht’s mir gut, was dachtest du denn?“
Sie löste sich von ihm. „Äh ich.. ich weiß nicht. Aber nachdem du jetzt schon zwei Tage nicht in die Schule gekommen bist, habe ich mir Sorgen gemacht. Es hätte ja sein können, dass irgendetwas nicht stimmt... “
„Was, hattest du Angst ich tu mir vielleicht was an?“ Er konnte in ihrem Gesicht immer schon lesen, wie in einem offenen Buch. Er sah, dass er genau ins Schwarze getroffen hatte. Im nächsten Moment wurden Lisa’s Wangen etwas rot und sie schaute betreten zu Boden. Scheinbar war es ihr nun peinlich, dass sie etwas, für seine Begriffe, derart Lächerliches und Weithergeholtes befürchtet hatte. „Mach dir Mal keine Sorgen, nur wegen der paar Lacher werd‘ ich mich sicher nicht erhängen. Höchstens den Arm ein wenig aufritzen.... “ scherzte Andreas, um ihre Zweifel zu zerstreuen. Lisa lächelte nur matt. Mist, er wollte wirklich nicht, dass sie sich seinetwegen mies fühlte.
„Komm erst mal rein, die Wände hier haben Ohren.“
Sie nahm sein Angebot an und er schloss die Tür hinter ihr, sperrte aber nicht ab, damit sie sich nicht eingekerkert fühlte, obwohl es ihn innerlich dazu drängte. Lisa setzte sich auf sein Bett. Sie hatte ihre langen, braunen Haare offen gelassen, sodass sie ihr in weiten Kaskaden über die Schultern fielen, und sich einen flauschigen, roten, Fleecepullover mit vereinzelt abstehenden Büscheln angezogen. Ihre grünen Augen blickten ihn immer noch schuldbewusst an und an ihrem Gesichtsausdruck war leicht zu sehen, was für ein schlechtes Gewissen sie sich in den letzten Tagen eingeredet haben musste. Plötzlich wich sie seinem Blick wieder aus und drehte den Kopf scheinbar interessiert von links nach rechts, quer durch den Raum. „Es mieft ein wenig, du solltest ein Fenster aufmachen,“ meinte sie und war dabei um einen unverfänglichen Plauderton bemüht. Andreas schaute sie ein wenig skeptisch an. Lisa deutete seine Reaktion falsch und fügte erschrocken hinzu: „Nicht das es schlimm wäre. Ich meine du kannst ja auch nichts dafür. Du bist wie du bist und das ist gut so!“ Das war zu viel! Jetzt glaubte sie auch noch, ihn mit ihrer Aussage beleidigt zu haben. Er musste Klarheit schaffen, sofort!
„Äh ja schon klar, danke. Aber nur damit du wieder runterkommst, ich hab’s nicht als Anspielung auf die vollen Windeln betrachtet, die im Müll liegen. Wahrscheinlich hast du eh Recht,“ sagte Andreas und machte sich daran das Fenster zu öffnen. Danach drehte er sich um und fuhr wieder fort: „Also Erstens mal, ich bin dir nicht im Geringsten böse wegen dem, was geschehen ist. Wenn schon kann ich wütend auf mich selbst sein, weil ich dich zu schnell angeschoben habe, oder auf meine Mama, weil sie mich gezwungen hat, in Windeln zur Schule zu gehen, oder einfach auf die dämliche, unreife Gesellschaft. Aber du kannst dir sicher sein, die letzte, auf der ich rumspinnen würde, bist du.“
„Wirklich? Immerhin hab‘ ICH dir die Hosen runtergerissen. Und als alle anderen über dich gelacht haben, hab‘ ich dir auch nicht geholfen.“
„Ja wirklich! Wie hättest du mir denn auch helfen können?“ Sie wirkte erleichtert. Endlich! „Abgesehen davon, bist du auch bisher die Einzige meiner so genannte Freunde, die hier aufgekreuzt ist, um nach mir zu sehen. Und du bist scheinbar auch die Einzige, die nicht über mich gelacht hat, oder hab‘ ich das falsch verstanden?“ „Nein hast du nicht! Ich schwöre, ich hab‘ nur hinter dir auf dem Eis gesessen und dich bemitleidet.“
„Mich bemitleidet?“
„Ja, aber im positiven Sinn. Ich hab‘ mir gedacht, so ein armer Kerl, dass er ausgerechnet hier vor allen anderen erwischt wird und nicht, so ein armer Loser, der braucht echt noch Windeln.“
Andreas musste unwillkürlich lächeln. Nur sie machte sich solche Gedanken über andere, denen es gerade nicht gut ging. Das war noch eine Eigenschaft, wegen der er sich in sie verliebt hatte.
Lisa erwiderte sein Lächeln. „Oh Gott ich bin echt froh, dass du es mir nicht übel nimmst,“ sagte sie schließlich, stand auf und umarmte ihn nochmals. Dieses Mal war er darauf gefasst gewesen und konnte seine Arme um ihre Hüften legen. „Von mir aus könnten wir ewig so stehen bleiben,“ dachte er für sich. Und die Umarmung dauerte auch recht lange, doch schließlich löste sich Lisa von ihm und meinte: „Äh könntest du nur das Fenster wieder zu machen? Es ist eiskalt da draußen.“
„Ja klar!“
„Also, dann ist ja alles wieder gut oder,“ fragte sie ihn unschuldig.
„Alles bestens!“
„Dann kannst du ja morgen wieder in die Schule kommen?“
„Was?“
„Na in die Schule. Du hast jetzt schon so viel verpasst, dass ich fürchte die Weihnachtsferien werden nicht ausreichen, das nachzuholen.“
„Da kommt es auf einen Tag mehr auch nicht mehr an. Und wieso sollte ich? Damit mich alle anderen wieder auslachen können und ich den Englisch-Test in den Sand setze?“
„Oh das weißt du ja noch gar nicht! Frau Berthold ist krank geworden und hat deshalb beschlossen, den Test bis nach den Ferien zu verschieben.“
„Klasse. Trotzdem geh‘ ich nicht!“
„Ach komm schon, irgendwann wirst du dich den anderen sowieso stellen müssen. Es wäre doch besser jetzt, als nach den Ferien.“
„Wie kommst du drauf? Die werden mich doch so oder so auslachen und wenn ich morgen hingehe ist’s nur ein Tag mehr an dem ich ihnen ausgeliefert bin.“
„Mag sein, aber wenn du jetzt noch vor den Ferien in die Schule gehst, zeigt das auf jeden Fall mehr Mut, als nachher. Und wenn sie sich doch eh auf jeden Fall über dich lustig machen, dann kann es dir doch auch egal sein wann, oder?“
„Du verstehst das nicht.“
„Was verstehe ich nicht?“
„Gar nichts..“
„Denkst du etwa du bist der einzige, der auf Windeln angewiesen ist?“
„Nein, aber...“
„Eben! Es gibt sicher Tausende von Menschen, die tagtäglich gewickelt in die Schule oder zur Arbeit gehen. Und die haben sich auch alle mal dem ersten peinlichen Moment stellen müssen. Sieh es doch ein, du kannst dagegen nichts unternehmen. Früher oder später wirst du wieder in die Schule gehen müssen, wenn du deinen Abschluss schaffen willst. Hast du mir nicht schon oft genug erzählt, dass du später studieren und einen angesehenen, gut bezahlten Job haben willst? Das wirst du dir doch nicht wegen deiner Windeln und diesen hirnlosen Systemaffen von Freunden kaputt machen lassen oder?“
Ihr Blick traf ihn. Diesmal war er es, der dem nicht Stand halten konnte und versuchte auszuweichen.
„Oder,“ wiederholte sie ihre Frage.
Er wusste nichts mehr weiter zu sagen. Ihre Argumente waren hieb- und stichfest, denn sie hatte Recht. Einzig und allein er traute sich nicht in die Schule zu gehen. Er hatte Angst! Und er schämte sich dafür!
Das wusste auch Lisa, die immer noch auf eine positive Antwort auf ihre Ansprache wartete. Doch als sie merkte, dass diese nicht kommen würde, sah sie ihn enttäuscht an. „Ich dachte du wärst anders, “ sagte sie leise und wandte sich zum Gehen ab.
Doch als sie schon halb bei der Tür war, hielt Andreas sie nochmals zurück: „Warte! Es stimmt. Alles was du gesagt hast. Aber ich weiß einfach nicht, ob ich den Mut aufbringen kann, da wieder alleine in Windeln hineinzugehen. Seit man mich auf dem Eis so ausgelacht hat, kommt es mir so vor, als ob damit ein Teil von mir, der ganz kämpferisch und ehrgeizig allem entgegentritt, zerstört wurde. Und ich glaube nicht, dass ich den zurückkriegen könnte, indem man mich nochmal auslacht.“
„Aber was willst du sonst machen? Willst du den Rest deines Lebens in deinem Zimmer verbringen, damit du ja niemanden mehr triffst, der dich wegen deiner Inkontinenz auslacht? Tut mir Leid, aber das ist wirklich armselig. Über diejenigen die dich durch den Kakao ziehen sollte man lachen! Du leidest unter einer Krankheit, von denen sie alle nicht betroffen sind. Sie haben keine Ahnung, was das bedeutet und sie werden sich auch nie Gedanken darüber machen. Das ist kindisch und dumm! Und das bist du nicht! ... Zumindest dachte ich das bis jetzt...“
„Glaubst du denn mir macht das nichts aus? Mein Kampfgeist war ein Teil von mir und jetzt ist er weg,“ entgegnete Andreas ihr aufgebracht.
„Sagt wer? Das behauptest nur du. Er ist immer noch da, er war nie weg,“ meinte Lisa ruhig. Andreas wirkte sehr durcheinander, beinah schon hilflos. Er stand sich selbst im Weg. Er war verzweifelt und kämpfte mit den Tränen. Lisa ging ein paar Schritte auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm stand. Sie hob ihren rechten Arm und berührte mit ihrer Hand seine linke Wange. Er schaute ihr wieder in die Augen.
„Geh morgen in die Schule, versprich mir das.“
„Aber ich...“
„Nichts aber,“ unterbrach sie ihn entschlossen: „Du kannst das, ich weiß es. Und außerdem verspreche ich dir, die anderen werden eine gehörige Überraschung erleben. Das willst du doch sicher nicht verpassen oder?“
„Was für eine Überraschung?“
„Das wirst du nie rausfinden, wenn du hier in deinem Zimmer bleibst,“ antwortete sie geheimnisvoll und nahm ihre Hand wieder von seinem Gesicht weg. Sie lächelte ihn wieder an. Diesem Lächeln wäre er überallhin gefolgt!
Dann wandte sie sich wieder ab und verließ sein Zimmer. Wenige Augenblicke später sah er ihr vom Fenster aus nach, wie sie mit selbstsicherem verschwand.
„Was hat sie nur mit der Überraschung gemeint,“ fragte er sich.

Fortsetzung folgt...

LG Rotfuchs

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Vielen Dank für die Geschichte! Lg Windelistvoll

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