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Mittwoch, 11. September 2013

Bens Traum Kapitel 8

Die Tür öffnete sich und die Krankenschwester betrat den Waschraum. Ich stand, immer noch in mein Handtuch gewickelt, mitten im Raum.
"Ben, hast du geklingelt?", fragte sie.

"Ja. Keine Unterhose und die Windel ist im Müll." Ich zeigte in Richtung Mülleimer, um die Aussage zu bekräftigen.
"Und nun brauchst du eine neue Windel. Warte bitte kurz, ich bring dir eine."
Die Schwester verschwand, bevor ich ihr sagen konnte, dass ich Hilfe beim Anziehen brauche. Aber mir wurde in dem Moment klar, dass es hier gar keine Möglichkeit zum Hinlegen gab. Nur mit Handtuch wollte ich nicht über den Gang laufen. Ich griff mir mein T-Shirt vom Hocker neben der Badewanne und zog es über.

Die Tür öffnete sich wieder. Die Schwester hielt eine Pull-On in der Hand. "Die hier kannst du wie einen Schlüppi anziehen. Für den Moment reicht das und vor dem Schlafengehen bekommst du eine Nachtwindel. Einverstanden?".
Ich nahm die Windel, drehte mich in Richtung des Fensters und zog die Windel wie einen Schlüpfer an, während ich das Handtuch weiter als Blickschutz verwendete. Als ich fertig war, ließ ich das Handtuch fallen und drehte mich wieder zur Schwester.

"Scheint etwas groß zu sein, aber es wird schon gehen.", sagte ich.
Die Schwester schaute mich an und sagte: "Du hast Recht. Größe S ist für sich etwas groß. Eigentlich sind sie auch für Erwachsene gemacht. Es gibt auch welche für Kinder, aber die werden erst geliefert. So viele Kinder haben wir hier nicht auf Station, die Windeln brauchen.".
Ich schluckte und schaute etwas verlegen.

"Tut mir leid, Ben. Das war eine unpassende Bemerkung. So habe ich das nicht gemeint. Nur bringen die meisten jungen Patienten ihre Spezialunterwäsche mit. Bitte nimm es nicht persönlich.", sagte die Schwester mit betroffenem Unterton.
"Schon gut.", sagte ich, griff nach meiner Hose, zog mich fertig an und wollte gerade die Wasserpfütze aufwischen, als die Schwester sagte: "Lass gut sein, ich räume hier fertig auf. Geh wieder in dein Zimmer und inhaliere noch etwas. Deine Lunge pfeift schon wieder ziemlich laut.".

Ich war die Atemnot so gewohnt, dass es mir manchmal gar nicht bewusst war. Ich murmelte eine flüchtiges "Danke.", ging in mein Zimmer und hängte das Handtuch über das Fussende des Bettes.
"Wieder sauber. Hat's Spass gemacht?", fragte Thomas, abermals ohne seinen Blick von der Konsole zu lassen.
"Ja, es ist sogar noch Wasser übrig.", sagte ich mit einem Lachen.
"Oh, Clown gefrühstückt?", sagte Thomas.
"Ja."

Ich versuchte, einen ebenso beiläufigen Ton anzubringen, drehte mich um und bastelte meine Sauerstoffbrille in die Nase, stellte den Sauerstoff auf 5 und sah der winzigen Kugel zu, wie sie im Luftstrom tanzte. Ich atmete tief ein, spürte die belebende Wirkung, kletterte auf's Bett und legte mich hin. Ich starrte zur Decke und rief mir abermals den Traum in Erinnerung. Das zarte, weiche Aussehen passte nicht wirklich zum Tonfall, mit dem Thomas sprach und gar nicht zu dem Thomas, der vor einer Stunde mit einer neuartigen Kühnheit unter meine Decke gekrochen war. Der Thomas aus meinem Traum schien nicht zu dem Thomas zu passen, der schräg gegenüber im Bett mit seinem Nintendo spielte.

Das Blubbern des Sauerstoffes hatte eine beruhigende Wirkung und die Müdigkeit kroch in alle Glieder und der Schlaf nahm mich in seine schützenden Arme.
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Anonym per E-mail eingesendet. Vielen lieben Dank!

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